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Merken   Drucken   29.11.2012, 14:30 Schriftgröße: AAA

Leserbriefe zum Aus der FTD: "Flashmob für die FTD!"

Seit Tagen teilen uns Leser ihr Bedauern über das bevorstehende Ende der Financial Times Deutschland mit. Wir freuen uns über die große Anteilnahme, das viele Lob und die guten Wünsche unserer Stammleser. Eine Auswahl der Kondolenz.
© Bild: 2012 FTD.de
Seit Tagen teilen uns Leser ihr Bedauern über das bevorstehende Ende der Financial Times Deutschland mit. Wir freuen uns über die große Anteilnahme, das viele Lob und die guten Wünsche unserer Stammleser. Eine Auswahl der Kondolenz.

Meine Hochachtung

Ich bin Abonnentin der FTD und sehr enttäuscht darüber, dass Sie die Zeitung zum Dezember nicht mehr liefern werden. So geht man mit mir als Kundin nicht um. Wenn doch nur jemand Frau Jäkel davon überzeugen könnte, dass nicht der Leser für den unglücklichen Finanzhaushalt in Mitleidenschaft gezogen und damit verprellt werden sollte.

Dagmar Seeger

Eff-te-de

Trauer - echt und riesengroß!

Was gibt's jetzt täglich für mich bloß,

wenn ich dann nicht mit einem Klick

die News von eff-te-de mehr krieg?

 

Macht eff-te-de jetzt hier die Mücke,

gibt's in Deutschland große Lücke!

Bin völlig ratlos, ohne Planung:

Wer macht's vergleichbar? Keine Ahnung.

 

Was wär's gewesen, wenn vereinte

sich die große Fangemeinde

für die Klicks mit Obolus,

dann wäre sicher jetzt nicht Schluss.

 

"Wäre, wenn und hättst du doch",

wem hilft das alles letztlich noch?

Jahre treuer Begleitung. Vorbei!

Tieftraurig. Ratlos. Danke. Bye-bye!

 

Markus Ditthardt, Burbach

Sie waren zu gut

Sie haben Ihren Job sehr gut erledigt. Zu gut! Ich kenne keine Wirtschaftszeitung, die so gute Berichterstattungen aus Deutschland in der gesamten Tiefe, differenziert aus Europa, Russland, Asien, Afrika und USA recherchiert hat. Der Aufsichtsrat sollte mit Flashmob und allen anderen digitalen Druckmitteln der Gesellschaft und der Leser zur Fortführung der FTD veranlasst werden. Können wir digitale Initiativen ergreifen, um das Fortbestehen in dieser oder einer anderen Form zu organisieren? Gerne würde ich Sie und alle Leser als Abonnent darin unterstützen und das Abo digital fortführen. Die allerbesten Wünsche für Sie und Ihre Mannschaft und eine gute Zukunftsgestaltung.

Traugott E. Holzwarth, Bonn

Lehrveranstaltung

Ich will die ganzen Vorzüge Ihrer Zeitung nicht wiederholen. Dennoch möchte ich noch zwei Punkte ergänzen - aus meiner beruflichen Perspektive. Erstens: Ich forsche über ein industrielles Thema, und die Seite 4 "Industrie" freut mich immer besonders. Weiterhin hat Ihre Zeitung ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal: Die Karten, die Sie immer wieder bringen. Erst im September gab es zum Beispiel eine zur Lkw-Branche. Solche Karten sind grandios, von der Idee, der Kreativität, der Umsetzung! Wahnsinn! Zweitens: Im Rahmen meiner Lehrveranstaltungen zur Wirtschaftsgeografie versorgen Sie mich immer mit aktuellen Informationen - auch heute werde ich meinen Bachelor-Studenten wieder etwas Aktuelles zu den Problemen Ikeas beim Markteintritt in Indien berichten können. Es ist wirklich ein Jammer!

Robert Scholz, Köln

Kämpferischer Gruß

Vielleicht können wir das sprichwörtliche Blatt noch wenden. Es muss doch machbar sein, dass sich jetzt innerhalb der überdurchschnittlich finanzstarken FTD-Fangemeinde 10.000 Personen finden, die umgehend ein Jahresabo zu 1000 Euro pro Stück abschließen. Die FTD darf nicht sterben! Ich für meinen Teil habe heute bereits angefangen, meinen Freundes- und Bekanntenkreis zu informieren. Da draußen gibt es noch viel mehr Fans Ihrer Zeitung! Die müssen wir jetzt alle erreichen!

Markus Wenner

Auszüge aus dem Branchendienst-Newsletter Nr. 25-2012 des Instituts für Zertifikate Analyse

Viele Stimmen gaben in den letzten Tagen ihren Senf dazu ab, warum die deutsche Version der FT nie wirklich funktioniert hat: Managementfehler, kein g'scheites Onlinekonzept, zu viele Freiabos, zu viele kostenlose Exemplare in Flugzeugen und so weiter und so fort. Alles Laber-Rhabarber, wenn Sie mich fragen. Ich habe die FTD seit Jahren im bezahlten Abo, und für mich hat sie hervorragend funktioniert. Klar, es gab auch Schwächen, und manchmal habe ich sogar News aus dem Branchendienst ohne Quellenangabe in ihr gefunden. Aber all-in war das Blatt meine Tageszeitung Nummer eins. Der Untergang der FTD ist deshalb so bitter, weil damit nun nachhaltig der Beweis erbracht worden ist, dass es in diesem Land keinen Platz für zwei deutschsprachige Wirtschaftstagesmedien gibt. Die FTD war immer hübsch aufgemacht, hatte eine recht gute Themenauswahl, meist das richtige Maß an Tiefgang und in den Texten oftmals einen Schuss Humor. Genau diese Mischung wird fehlen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der G+J Wirtschaftsmedien spreche ich als langjähriger Leser meinen Dank und die besten Wünsche für die ungewisse Zukunft aus ...

Morgens um halb zehn an der UW/H

Studierende der Universität Witten/Herdecke lesen am 28.11.12 die FTD   Studierende der Universität Witten/Herdecke lesen am 28.11.12 die FTD

Danke für die gemeinsame Zeit!

Ihre Studierenden der Universität Witten/Herdecke

Wochen- statt Tageszeitung?

Nun ist es also soweit. Vermutungen gab es ja schon seit längerer Zeit. In der Tat war die FTD wohl die einzige Zeitung, die tatsächlich Tacheles geredet hat. Viele (eigentlich alle) Zeitungen reden (schreiben) der Politik nach dem Mund. Nicht so aber die FTD. Vor allem, wenn ich an die Artikel von Herrn Fricke denke, die mir oft genug selber die Augen geöffnet haben.

Aber jetzt das Aus? Das ist wirklich ein Drama. Vielleicht haben sich die Deutschen wohl weniger für Wahrheiten und lieber für Stammtisch-Weisheiten interessiert. Aber mal ganz ehrlich: Hätte nicht die Chance bestanden, die FTD rentabel zu machen, wenn man sie statt als Tages- eben als Wochenzeitung heraus gebracht hätte?

Ich kann Sie nur anflehen, zumindest zu überlegen, ob man nicht zumindest die Wochenend-Ausgabe weiter leben lassen kann (die FTD ist schon recht umfangreich, vielleicht ist das für die Leser auch "zu viel des Guten" - jeden Tag so viel teils auch Unbequemes zu erfahren?).

Peter Fellner

"Hoffe, sie erscheint wieder"

  • FTD.de, 29.11.2012
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