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Merken   Drucken   27.04.2012, 16:00 Schriftgröße: AAA

Aufgeklärter Kunstraub: Cézanne und Degas zurück in Zürich

Vier Gemälde der Impressionisten wurden 2008 von bewaffneten Männern in Zürich geraubt - die Beute war mehr als 100 Mio. Euro wert. Nach vier Jahren konnten die letzten zwei Bilder sichergestellt werden.
© Bild: 2012 AFP/ALEXA STANKOVIC
Vier Gemälde der Impressionisten wurden 2008 von bewaffneten Männern in Zürich geraubt - die Beute war mehr als 100 Mio. Euro wert. Nach vier Jahren konnten die letzten zwei Bilder sichergestellt werden.

Der spektakuläre Kunstraub aus der Züricher Sammlung Bührle ist endlich aufgeklärt. Zwei bislang noch vermisste Gemälde von Cézanne und Degas wurden sichergestellt und am Freitag in Zürich präsentiert. Diebe hatten im Februar 2008 insgesamt vier impressionistische Bilder von Paul Cézanne, Edgar Degas, Vincent van Gogh und Claude Monet im Schätzwert von weit über 100 Mio. Euro gestohlen. Die vier mutmaßlichen Täter wurden am 11. April in Serbien verhaftet und sitzen in Untersuchungshaft, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Das wertvollste der vier impressionistischen Bilder, das Gemälde "Der Junge in der roten Weste" von Paul Cézanne, wurde erst bei der Festnahme sichergestellt. Das Bild "Graf Lepic und seine Töchter" des französischen Malers Edgar Degas fanden die Fahnder vor einigen Monaten in Serbien. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde dies nicht bekanntgegeben, bis auch das Cézanne-Bild wieder auftauchte.

Drei Täter waren am 10. Februar 2008 in das Gebäude der Sammlung Bührle eingedrungen. Einer bedrohte die Anwesenden mit einer Pistole, die zwei anderen stahlen die Gemälde von Cézanne, Degas sowie von Vincent van Gogh ("Blühende Kastanienzweige") und Claude Monet ("Mohnfeld bei Vetheuil").

Die Gemälde von Monet und van Gogh wurden bereits rund eine Woche nach dem Überfall in einem Fahrzeug gefunden, das in der Nähe des Bührle-Museums auf einem Parkplatz abgestellt war. Eine Spur führte nach Serbien zu einer Kunsträuber-Bande. Bis zu 30 Fahnder aus sechs Ländern seien zeitweise im Einsatz gewesen und hätten in verschiedenen Staaten Telefone abgehört und Verdächtige überwacht, so die Staatsanwaltschaft.

1,4 Mio. Anzahlung für den Cézanne

Für den Cézanne musste die internationale Kripo-Truppe 1,4 Mio. Euro Anzahlung auf den Tisch legen, um die Täter in Sicherheit zu wiegen. Am 11. April schlug die Polizei zu, verhaftete die vier Verdächtigen in Belgrad und stellten den in einem Auto versteckten Cézanne sicher. Waffen und Geld wurden beschlagnahmt. Die Männer im Alter zwischen 36 und 39 Jahren seien Schwerstkriminelle, sagte der Staatsanwalt.

Die beiden zuletzt gefundenen Bilder sind durch Risse und eine abgeschlagene Stelle beschädigt. Sie können nach Angaben der Sammlung aber restauriert werden. Die Täter hatten sie kurzerhand aus den Rahmen geschnitten.

  • dpa, 27.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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