Unser Autor Willy Theobald stellt jede Woche seine Beobachtungen zum Kulturbetrieb vor.
Woher stammt folgender Dialog? "Jeder Mensch braucht ein Hobby. Was ist Ihrs?" "Wiederauferstehung!" Keine Angst. Sie müssen nicht bibelfest sein, um diese Sätze einzuordnen. Bleiben Sie in der Gegenwart: Denken Sie an smarte Agenten, brutale Schlägereien und verführerische Damen. Wie, es klingelt immer noch nicht?
Nächster Versuch: Warum ist der 5. Oktober ein wichtiges Datum? Nee - natürlich meine ich nicht den 120. Todestag der Dalton-Brüder. Und auch nicht den Erscheinungstermin der ersten Beatles-Single vor 50 Jahren. Aber damit sind Sie schon ganz nahe dran. Vor exakt einem halben Jahrhundert kam der erste James-Bond-Film "Dr. No" in die Kinos. Und ab 1. November dürfen Sie sich über Skyfall freuen - das dritte Bond-Märchen mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Aus diesem Streifen stammt das oben erwähnte Zitat.
Was machen Sie nun bis dahin? Klar - abwarten und Martini trinken funktioniert immer. Aber Sie werden es nicht glauben: In "Skyfall" geht Bond auch getränkemäßig fremd. Er muss Bier trinken. Warum? Das liegt doch auf der Hand: Weil Heineken für diesen Stilbruch viel Geld bezahlte.
Mit Spannung erwartet wird ein Buch über die legendären "James Bond Girls" (Edel), das nächste Woche erscheint. Darin können Sie formvollendete 007-Wuchtbrummen bewundern, die für mehrere Generationen junger Frauen zu Modeikonen wurden: von Ursula Andress, die Sean Connery das Toupet kraulte, bis hin zu Halle Berry, die die Andress in der Pierce-Brosnan-Ära sogar kopieren musste. Freuen Sie sich also über jede Menge verführerische Fotos von Diana Rigg über Claudine Auger und Sophie Marceau bis hin zu Eva Green.
Und wenn Sie dann immer noch nicht genug fürs Auge abbekommen haben - sollten Sie sich einfach ihre ganze private 007-Ausstellung mieten. Ansprechpartner ist Siegfried Tesche, promovierter Germanist und einer der weltweit profundesten Bond-Kenner. Neben mittlerweile neun Büchern, die er über Ian Flemings Superagenten herausgebracht hat, sammelt er seit vielen Jahren 007-Devotionalien und tingelt damit durch die Republik.
Eine wahre Fundgrube steiler Thesen ist das gerade erschienene Buch "James Bond 007. Agent des Zeitgeistes" (Vandenhoeck & Ruprecht). Autor ist der Psychologieprofessor Werner Greve, der den weltweiten Einfluss des smarten Tausendsassas zu analysieren versucht - und dabei weder vor Statistiken über Bonds Sexkontakte noch vor Erhebungen über Leichenmengen pro Film zurückschreckt.
Zum Schluss noch ein echtes Insiderbuch, das sogar Interna aus den Vertragsverhandlungen ausplaudert. "Bond über Bond" (Knesebeck) ist ein Schmöker, den Ex-007-Darsteller Roger Moore veröffentlicht hat. Eine Anekdote hat er leider unterschlagen: In seinem letzten Bond-Film "Im Angesicht des Todes" habe man - hieß es - den nicht mehr ganz taufrischen Schauspieler schon doubeln müssen, wenn er beschwingt über die Straße gehen wollte.
| Info: www.skyfall-movie.com |