Obwohl dieses Buch nur eine Neuübersetzung ist - es kann gar nicht oft genug vorgestellt werden! Tony erreicht Susan in einem Päckchen. Die beiden kennen sich nicht, sind anfangs scheu. Lange lässt Susan Tony liegen, erst nach Monaten beginnt sie, seine Geschichte zu lesen - und kommt nicht mehr davon los. Ihr Ex-Mann Edward hat Tony erfunden und zur Hauptfigur gemacht. Jahrelang versuchte Edward wie ein Wahnsinniger, Schriftsteller zu werden - erfolglos. Irgendwann trennte sich Susan. Nun liegt sein erstes richtiges Buch vor ihr. Ein Thriller. Edward hat sie gebeten, es zu lesen und zu kritisieren. Und es ist gut. Wahnsinnig gut.
Austin Wright hat einen atemberaubenden Plot erfunden: klug, verschachtelt, ungewöhnlich und unheimlich. Zwei Geschichten verschränken sich in einer: Die von Susan und Edward, die sich näherkommen - obwohl sich beide nie erreichen. Und die von Susan und Tony, in dem sie Edward immer mehr zu erkennen glaubt und doch nie findet. Auf sprachlich hohem Niveau erzählt Wright zwei Storys, die einander brauchen. Und die den Leser fesseln. Wright, der Literaturprofessor, beschäftigte sich mit den Prinzipien des Erzählens und der Wechselwirkung zwischen Fantasie und Realität. Mit "Tony & Susan" hat er dieses Genre perfektioniert.
Von Simon Book
| Tony & Susan |
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| Autor: Austin Wright | Luchterhand | 416 S. | 19,99 Euro |
| Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Xavier Kieffer ist ein leidlich guter Koch, ein leidlich attraktiver Mann und ein leidlich fesselnder Charakter. Durch Zufall stolpert der Luxemburger an der Seite seiner viel zu reichen und viel zu hübschen Societyfreundin in seinen zweiten Mordfall. Paris' berühmtester Sushi-Meister wird bei einem Galadinner vergiftet, der Hobbydetektiv nimmt die Ermittlungen auf. Hillenbrands Krimi käut zwar längst bekannte Fakten zum bedrohten Thunfisch wieder.
Für Abwechslung zwischendrin sorgen allerdings Exkurse in die Feinheiten der moselfränkischen Küche. So webt Hillenbrand eine solide Story, die an ihren blassen Charakteren leidet sowie einem erschreckenden Mangel an Emotionalität. Stolze Fische sterben, Freunde verrecken, Fingersehnen reißen, und am Ende kommt die Cosa Nostra. Aber der Leser hält keinen Moment inne.
Von Nicolas Schöneich
| Rotes Gold |
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| Autor: Tom Hillenbrand | Kiwi | 352 S. | 8,99 Euro |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |
Miles-Davis- und John-Coltrane-Plattencover kennt natürlich jeder Jazzfan. Der stilbewusste Taschen-Verlag stellt deshalb in seiner zweibändigen Luxusausgabe auch jede Menge Plattenhüllen weniger bekannter Musiker vor: So sind die vier springenden Kängurus des Australian Jazz Quartet eine echte Rarität.
Auch "The Chico Hamilton Quintet with String Attached", "Wein, Women and Song" von George Wein oder "The Magic of Ju-Ju" von Archie Shepp gehören zu den selten gezeigten Albumtaschen. Kenntnisreich versah der Verlag diese Pretiosen aus der Blütezeit des Vinyls mit informativen Texten und lässt damit nicht nur bunte Bilder Revue passieren: Hier erfährt man Wissenswertes über die Schöpfer dieser kleinen Artwork-Kunstwerke. Für Jazz-Connaisseure ist dieser zweibändige Schuber ein echtes Highlight.
Von Willy Theobald
| Jazz Covers |
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| Herausgeber: Julius Wiedemann | Taschen | 560 S. | 39,99 Euro |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Eine launig geschriebene Erzählung über unsere Nachbarn im Westen. Die Autorin, eine Journalistin, zog 1990 der Liebe wegen in die Niederlande- ein Land, das sie zuvor nie in Betracht gezogen hatte. Der Leser erfährt in Auf Heineken können wir uns eineken viel über Alltagssitten, Sprache, Geschichte - alles unterhaltsam und mit hübschen Anekdoten.
Hier und da schleichen sich aber auch Fehler ein: Direkt nach ihrem Umzug fühlt sie sich in den Roman "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" zurückversetzt - der war aber damals noch gar nicht erschienen! Auch der adjektivische und an Füllwörtern reiche Stil stört manchmal. Und so sehr persönliche Anekdoten die Lektüre beleben: Die vielen sexuellen Anspielungen - vor allem auf das erfreuliche eigene Liebesleben - sind manchmal mehr, als der Leser wissen will.
Von Klaus Max Smolka
| Auf Heineken können wir uns eineken |
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| Autor: Kerstin Schweighöfer | Piper | 352 S. | 9,99 Euro |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |