Wie klingt ein Mix aus Italien und Kuba mit einem Schuss Brasilien? Drei exzellente Musiker machen auf "Alma" aus dieser Konstellation ein Hörerlebnis: feinster New Jazz mit ethnischen Einsprengseln. Lyrisch, sinnlich und lebendig, dabei relaxed und traumwandlerisch leicht vermischen sie die Klangwelten. Dabei vereinen sie sich in raffinierten Zwiegesprächen ihrer bevorzugten Instrumente Flügelhorn, Piano und Cello.
Harmonisch - ja fast romantisch verklärt und dennoch prickelnd modern - präsentieren Fresu und Sosa ihre elf Eigenkompositionen. Auch die Coverversion von Paul Simons "Under African Skies" reiht sich nahtlos ein - fröhlich und mit aufregend changierenden Klangfarben. Alma ist das spanische Wort für Seele. Dieses Album hat jede Menge davon. Und den Gute-Laune-Faktor.
Sabine Meinert
| Paolo Fresu & Omar Sosa |
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| CD: Alma |
| Ponderosa/Edel |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Ist Frank Ocean wirklich die Zukunft des R&B? Sämtliche Szenekritiker sind schwer verzückt. Sogar die Hip-Hop-Gemeinde scheint ihn ins Herz geschlossen zu haben. Ob die Elogen jedoch in erster Linie seiner Musik oder doch nur seinem Outing als Bisexueller gelten, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Aber: Erstens war er nie ein knallharter Rapper, und zweitens hat sich vor wenigen Wochen mit Lil B auch nicht der erste Hip-Hopper als schwul geoutet. Klar - das Album ist solider Schmusesoul mit teilweise interessanten Texten: Ocean springt mühelos zwischen Crack, Liebe und Realitätsverlust.
Für seine Plattenfirma Def Jam ist er mit seinem markanten Crossover ein finanzieller Glücksfall - bringt R&Bler, kuschelwütige Hip-Hop-Fans und textaffine Hörer unter einen Hut. Ungewohnt sind auch kräftige Bassläufe, die einem fast die Peristaltik durcheinanderbringen. Und Ocean, der bürgerlich über den viel klangvolleren Namen Breaux verfügt, kann vieles. Unter verschiedenen Pseudonymen lieferte er sogar Hits für Brandy, Beyoncé und Justin Bieber. Von Ocean - oder wie immer er sich dann nennen wird - hören wir bestimmt noch einiges. Vielleicht auch mit seinen alten Kumpels Odd Future - einer Hip-Hop-Truppe, der er immer noch angehört.
Willy Theobald
| Frank Ocean |
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| CD: Channel Orange |
| Universal |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |
Es soll ja Leute geben, die den US-Volksmusikstil Bluegrass für ein Hobby pensionierter Viehzüchter halten. Doch mit Soundtracks oscarprämierter Filme wie "O Brother, Where Art Thou?" und "Unterwegs nach Cold Mountain" ist Bluegrass mittlerweile auch im Mainstream angelangt. Alison Krauss, 27-fache Grammy-Gewinnerin, mischte sogar bei beiden Soundtracks mit.
Sie eröffnet auch die aktuelle Bluegrass-Putumayo-Compilation - und überzeugt mit kristallklarer Stimme und virtuosen Fiddler-Soli. Fidel, Banjo und Mandoline bestimmen auch den relaxten Klangmix der anderen Interpreten. Vertreten sind sogar Genre-Exoten wie der verstorbene Grateful-Dead- und Hobby-Bluegrass-Gitarrist Jerry García sowie die Mädels-Band Uncle Earl mit ihren eher traurigen Balladen.
Katrin Kothes
| Verschiedene Interpreten |
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| CD: Bluegrass |
| Putumayo Exil/Indigo |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Dieses preisgekrönte Ensemble wurde durch aufsehenerregende Auftritte bekannt: I Fagiolini setzen zuweilen Masken auf, wenn sie Händel musizieren, verbinden Renaissancemusik mit Klanginszenierungen und arbeiten mit Zirkustruppen zusammen. Nun haben die englischen Musiker ihre neue CD jenem "musikalischen Gigantismus" gewidmet, wie er am Anfang des 17. Jahrhunderts in Venedig zu finden war. Dort führte man damals schon mal 40- bis 70-stimmige liturgische Gesänge auf.
Die vorliegende Aufnahme mit vorwiegend unbekannten Vespern und Magnifikaten von Komponisten wie Viadana, Monteverdi und Gabrieli begeistert durch große Transparenz bis hin in die kleinsten musikalischen Verästelungen. Und durch große Klangsinnlichkeit. Obwohl - oder weil - es Kirchenmusik ist.
Dagmar Zurek
| I Fagiolini |
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| CD: 1612 Italian Vespers |
| Decca |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |