Jeder für sich ist nur das Gesicht hinter einer Maske. Zusammen sind sie Seeed. Elf Musiker, elf Charaktere. Die wenigsten würden sie auf der Straße erkennen. Dabei hat die Berliner Band seit ihrer Gründung 1997 bereits etwa 700.000 Alben verkauft. Die letzte Seeed-Platte liegt allerdings schon sieben Jahre zurück. In der Zwischenzeit versuchte sich ein Teil der Band an Solokarrieren. Den Durchbruch schaffte nur Pierre Baigorry alias Peter Fox. Nun treten Seeed wieder gemeinsam ins Rampenlicht. Gerade erschien das vierte Studioalbum mit dem Titel "Seeed". Im November und Dezember geht's auf Tour. Die erste Singleauskopplung "Beautiful" ist eines der Highlights der neuen Platte. Wuchtige Bläsersätze erinnern fast schon an Frank Sinatra oder James Brown. Seeed als Big Band mit Big-Band-Sound: eine Kombination aus jazzigen Elementen und elektronischen Sounds. Andere Songs wie "Augenbling" oder "Seeeds Haus" beschwören den Seeed-Sound, mit dem die Band 2006 den Bundesvision Song Contest gewann und mehrere Echo-Preise abräumte. Darin geht es zum Beispiel um anziehende Blicke und rauschende Partys - aber auch um eine große Portion Liebe. Ein Schmusealbum ist es aber trotzdem nicht geworden.
David Kluthe, Dpa
| Seeed |
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| CD Seeed |
| Warner Music International |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Dürfen die das? In einer Zeit, in der sich ständig alles ändert, gilt das Festhalten an alten Werten fast schon als Blasphemie. Doch Jon Spencer und seine Blues Explosion haben auch acht Jahre nach ihrem letzten Album nichts dazugelernt. So kloppt das Trio unverdrossen hektisch verfremdete Fast-Viervierteltakte, auf denen es die altbekannten Spielarten urbaner Rhythm-and-Blues-Musik ausbreitet. Mr Spencer brüllt weiterhin in sein Mikrofon, der Rest spielt so straight und geradlinig, als wäre das ganze Leben ein Rennen in die gleiche Richtung. Einziger Kritikpunkt: Ganz so krawallig und ungeschliffen wie in früheren Zeiten klingt diese Mixtur nicht mehr - sogar ein paar Passagen zum Ausruhen sind dabei. Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Man mag's, oder man mag's nicht.
Willy Theobald
| The Jon Spencer Blues Explosion |
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| CD Meat and Bone |
| Bronze Rat/Soulfood Music |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |
Es ist dieses Spiel mit Stille und Improvisation, das Fjarills Lieder wachsen lässt - und ihr Konzertpublikum immer wieder aufs Neue fasziniert. Deshalb anscheinend entschlossen sich Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel nach drei Studioproduktionen zu einem Livealbum. Mit überwiegend vertrauten Titeln zwischen kammermusikalischem Folk und Weltmusikpop mit Jazzeinsprengseln - die hier doch ganz anders daherkommen. Denn das Duo ist im Laufe der Jahre immer sensibler und offener geworden für aus dem Moment entwickelte musikalische Gedanken. Intuitiv scheinen beiden Musikerinnen zu wissen, wohin die andere im nächsten Moment in puncto Harmonie und Melodie gehen wird. Und so strömen denn die Lieder in einem großen, langen, wunderbar tönenden Klangfluss dahin.
Christoph Forsthoff
| Fjarill |
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| CD Live in Hamburg |
| Edel |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Darauf haben die Fans des bereits achtmal für den Grammy nominierten Pianisten schon lange gewartet: Endlich hat Leif Ove Andsnes, dessen Diskografie Werke von Johann Sebastian Bach bis hin zu zeitgenössischer Musik umfasst, auch Beethoven eingespielt. Soeben ist mit dem Livemitschnitt eines Konzerts vom Prager Frühling die erste Aufnahme seines auf vier Jahre angelegten Beethoven-Projekts erschienen. Transparenz und Klangschönheit walten hier bei den Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 3, während der norwegische Pianist das Mahler Chamber Orchestra vom Klavier aus dirigiert. Reflektierend, ganz ohne kitschige Sentimentalität gestaltet Andsnes die langsamen Mittelsätze und stürmt - auch noch bei den aberwitzigsten Tempi - intelligent artikulierend mit Drive durch die Ecksätze.
Dagmar Zurek
| Leif Ove Andsnes |
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| CD The Beethoven Journey: Piano Concertos Nos. 1 |
| Sony Classical |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |