Biomärkte, Foodforen und Kochschulen in jeder Großstadt: Die Renaissance einer guten Ernährung scheint unaufhaltsam. Dass immer mehr Menschen gesund und natürlich essen wollen, ist vor allem unermüdlichen Journalisten und Autoren zu verdanken, die seit Jahren die Methoden und Folgen einer industrialisierten Lebensmittelherstellung aufzeigen. Nicht zuletzt war es aber ein Kinofilm, der hierzulande die breite öffentliche Diskussion angestoßen hat.
Doch während die österreichische Dokumentation "We feed the World" den Europäern unangenehme Einblicke in Schlachtfabriken und Gemüsezuchtanlagen gewährte, stieß der Film in den USA - dem Land mit der am stärksten industrialisierten Lebensmittelproduktion - auf weitgehendes Desinteresse. Er lief gerade einmal auf einem einzigen Dokumentarfilmfestival.
Filmemacher Robert Kenner macht sich gemeinsam mit den den Buchautoren Eric Schlosser ("Fast Food Nation") und Michael Pollan ("The Omnivore's Dilemma") daran, seinen Landsleuten zu erklären, dass sie sich von der Werbung blenden lassen und tatsächlich seit Jahren genmanipuliertes Getreide und mit Wachstumshormonen versetztes Fleisch zu sich nehmen.
Als eine Art Korrektiv zu den Farm-Idyllen, die Milchtüten und Toastbrotpackungen zieren, zeigt Kenner, wie Kühe in sogenannten Factory Farms Futter zu fressen bekommen, dass sie nicht vertragen, was zur Entstehung eines neuen Stamms von E. Coli Bakterien geführt hat, mit dem sich inzwischen 73.000 Amerikaner jährlich infizieren.
Teil 2: Was "Food, Inc." von den Vorgängern unterscheidet