In der Sendung "Neo Paradise", die bereits am 4. Oktober auf ZDFneo ausgestrahlt wurde, schlendern Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf über die Ifa in Berlin und albern in gewohnter Manier herum. Dann fordert Klaas seinen Kollegen in Anlehnung an eine alte Anekdote auf, einer wildfremden Messehostess einmal an die Brust zu fassen und zweimal an den Hintern.
Zunächst hadert Joko: "Das kann ich nicht, wirklich nicht, das geht nicht", doch dann überlegt er es sich anders: "Ich mache das jetzt ganz kurz und schmerzlos." Er verwickelt die Hostess in ein kurzes Gespräch, plötzlich berührt er ihre Brust und ihren Po - im Nachhinein unmissverständlich untermalt mit einem nicht minder albernen Hupton.
Doch das Grauen hat noch kein Ende. Klaas kommentiert Jokos Aktion: "Der war das so unangenehm! Die stand da und hat sich richtig entwürdigt gefühlt. Die fährt jetzt gleich nach Hause, und dann wird die schön heulen unter der Dusche. Die steht jetzt sechs Stunden unter der Dusche."
Am Sonntag twitterte die Berliner Piraten-Abgeordnete Julia Schramm:
In ihrer Mail ans ZDF schreibt sie: "Sie vermitteln Menschen, dass Belästigung ok ist, dass es 'geil' ist, wenn sich eine Frau, die gegen ihren Willen begrapscht wurde, ekelt. Sie sollten sich ernsthaft schämen - sie verherrlichen Gewalt gegen Frauen, feiern es geradezu. Widerlich, einfach nur widerlich."
Heute entschuldigt sich Heufer-Umlauf via Twitter:
Und:
Das ZDF weist den Vorwurf des Busengrapschens zurück: "Die Messehostess wurde von Herrn Winterscheidt nicht angefasst. Die Szene wurde mit ihrem Einverständnis gesendet." Der Twitterer Claudius Holler fragt:
Julia Schramm bezeichnete das Statement des ZDF inzwischen als "peinlich", in mehreren Tweets verlieh sie ihrem Entsetzen Ausdruck.
Zu Kritik und Ärger im Netz kam auch eine Reaktion des Geschäftsführers der Grünen im Bundestag, Volker Beck:
Und weiter: "Es ist nun am ZDF und dem Rundfunkrat, diese Tat zu ächten." Nach der Entschuldigung Heufer-Umlaufs twitterte die Unternehmerin Anke Domscheit-Berg: "Internet ./. Sexismus: 1:0".