Unser Kolumnist spießt Absurdes und Skurriles aus dem Alltag auf.
Mich hat die Meldung überrascht, bei US-General John Allen seien bis zu 30.000 Seiten mit E-Mails unangemessenen Inhalts gefunden worden. Ich weiß gar nicht, ob ich im Leben überhaupt schon so viele E-Mails geschrieben habe.
Ich schätze, pro Tag tippe ich davon ungefähr zehn, die selten eine Seite füllen. Grob überschlagen würde ich wohl acht bis zehn Jahre brauchen, um solche Mengen zu produzieren.
Und dann würden mir wahrscheinlich nicht einmal schlüpfrige Inhalte einfallen. Offenbar hat John Allen mit Jill Kelley als Co-Autorin die nächsten zehn Bände von "Shades of Grey" geschrieben. Und das nebenbei, während man in Afghanistan einen Krieg führt. Das ist schon beeindruckend, was dieser Mann so leistet.
Interessant ist aber, dass das nicht gewürdigt wird. Im Internetzeitalter scheinen die moralischen Standards zu steigen, statt zu sinken. Bei Kennedy gehörte es noch zum guten Ton, dass man als Präsident nebenher Affären hat. Bill Clinton überlebte knapp eine Fellatio. Und bei Herrn Allen reichen nun schon unangemessene E-Mails, um ihn zu schädigen. Wahrscheinlich wird man Spitzenpolitiker und Militärs bald abberufen, wenn man ihnen anmerkt, dass sie an eine andere Frau gedacht haben.
Allerdings weiß ich auch nicht, wie dieser unangemessene E-Mail-Verkehr ausgesehen hat. Ich stelle ihn mir so vor: "Re: Oh, baby, uh ..." - "Re: Oh.. oh... oh, yes"- "Re: Re: OMG! Where have you learned this! Dont stop!!" - "Re: Re: Re: Ah, Ah ... You're great!" - "Re: Re: Re: Re: Ohhhhhh, Ahhhhh, AAAAAAHHHHH" - "Re: Re: Re: Re: Re: Uuuuuuhhhhh, Uuuuuuuuhhh!!!!!!!!" Ich hoffe, die beiden haben wenigstens verhütet.