Unser Kolumnist spießt Absurdes und Skurriles aus dem Alltag auf.
Zuvor waren die Werbepausen immer so laut, damit man auch beim Gang aufs Klo was mitbekommt von den Vorteilen einer Arag-Rechtsschutzversicherung.
Wahrscheinlich hat man jetzt herausgefunden, dass das gar nicht nötig ist, weil bei Sendungen wie "Das Supertalent" die Zuschauer schon während der ersten Sendeminuten zur Toilette rennen. Ich jedenfalls habe mich bereits daran gewöhnt, dass Werbung mich überallhin verfolgt. Ich erinnere mich noch, dass in meiner Jugend der Beruf "Werber" als cool und kreativ galt. Heute sind Werber etwa so angesehen wie die Mitarbeiter von Drückerkolonnen.
Werbung lauert überall. Sie kommt manchmal wie ein Faustschlag, wenn sie auf Websites aufploppt und weggeklickt werden muss. Es gibt ja viele, die fordern, das Internet solle frei sein, alles einfach werbefinanziert. Was sind das für Menschen? Wie soll denn noch mehr Werbung ins Internet passen? Und vor allem ergibt Werbung ja nur Sinn, wenn auch die entsprechenden Produkte gekauft werden.
Was mich betrifft, werde ich auf Facebook meistens mit Reklame für Echthaartransplantationen bedacht. Ehrlich gesagt sehe ich nicht ein, dass ich wie ein Hippie rumlaufe, nur damit das Internet frei bleibt. Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird derweil wohl überlegt, nicht die Werbung leiser zu senden, sondern den Rest des Programms hochzupegeln. Damit das Publikum die Hörgeräte mal ablegen kann.