Die Raumfähre "Endeavour" ist zu ihrer letzten Reise aufgebrochen. Auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 startete das Space Shuttle am Mittwoch kurz nach Sonnenaufgang vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida.
Das Gespann hob in den wolkenverhangenen Himmel ab und drehte zur Begeisterung der zahlreichen Zuschauer zunächst einige Runden in geringer Flughöhe über Cape Canaveral. Auch für New Orleans und andere Städte waren Überflüge in geringer Höhe geplant, bevor die Raumfähre am Nachmittag (Ortszeit) in Houston landen sollte.
Nach einer insgesamt dreitägigen Tour mit mehreren Zwischenstopps an Nasa-Standorten in den USA soll die "Endeavour" am Freitag auf dem Flughafen in Los Angeles zum letzten Mal zum Landeanflug ansetzen und von dort mit einem Spezialtransporter in ein Museum gebracht werden. Der Start des dreitägigen Abschiedsflugs war zuvor wegen schlechter Wetterbedingungen zweimal verschoben worden.
Die "Endeavour" hatte seit ihrem ersten Start am 7. Mai 1992 insgesamt 25 Reisen von zusammen 299 Tagen unternommen. Sie umrundete 4671 mal die Erde und legte dabei rund 200 Millionen Kilometer zurück. Im vergangenen Juni landete sie zum letzten Mal auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral.
Seit dem Ende des Shuttle-Programms im Juli 2011 verteilt die Nasa ihre verbliebenen vier Fähren - "Challenger" und "Columbia" verunglückten 1986 und 2003 - auf unterschiedliche Museen und Institutionen in den USA. "Atlantis" bleibt in Cape Canaveral, "Discovery" ist bereits in den US-Bundesstaat Virginia und "Enterprise" nach New York gebracht worden. Die Abschiedstournee der "Endeavour" ist der letzte Flug dieser Art.
Die USA verfügen zunächst für mehrere Jahre über keine Weltraumfahrzeuge, die Astronauten ins All befördern können. Die Nasa ist auf Mitfluggelegenheiten in den russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen.