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Merken   Drucken   10.10.2012, 13:45 Schriftgröße: AAA

Statistisches Jahrbuch: Deutschland in (nicht nur kuriosen) Zahlen

An diesem Mittwoch ist das Statistische Jahrbuch 2012 erschienen. Wie immer verzeichnet es eine Flut von Informationen. Die FTD hat ein paar der skurrilsten, erschreckendsten und interessantesten Statistiken herausgesucht.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Maurizio Gambarini
An diesem Mittwoch ist das Statistische Jahrbuch 2012 erschienen. Wie immer verzeichnet es eine Flut von Informationen. Die FTD hat ein paar der skurrilsten, erschreckendsten und interessantesten Statistiken herausgesucht.
von Berlin

Darf's noch eine Zigarette sein?

Jein. Die Deutschen rauchen zwar weniger Filterzigaretten. Während 2001 noch jeder Einwohner 1731 Zigaretten qualmte, waren es im vergangenen Jahr nur noch 1071. Dafür drehen sie jetzt mehr: Beim Feinschnitt stieg der Verbrauch von 168 Gramm auf 331 Gramm - das sind knapp neun Päckchen pro Jahr.

Noch nicht, aber vielleicht bald. 115.000 Menschen landeten 2010 mit einem Vollrausch im Krankenhaus - das sind mehr als doppelt so viele wie noch im Jahr 2000. Den meisten passiert das im Alter zwischen zehn und 20 Jahren, vielleicht ein Schock fürs Leben. Nur knapp dahinter steht jedoch die Gruppe der 40- bis 50-Jährigen: Das lässt auf Midlife-Crisis schließen. Besonders schlimm: Die Statistik verzeichnet immerhin 21 Kinder unter zehn Jahren, die völlig betrunken in die Klinik kamen. Und auch nach einem langen Leben trinkt mancher zu viel: 46 über 90-Jährige tranken, bis gar nichts mehr ging.

Sie hängen vor der Glotze. In keiner Altersgruppe ist die tägliche Verweildauer vor dem Fernseher so hoch wie bei Menschen, die älter sind als 50. Fast fünf Stunden täglich läuft bei ihnen das TV-Gerät. Das ist mehr als eine Stunde länger als im Durchschnitt und 100 Minuten mehr als in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Unbedingt. Nur 15,7 Prozent Mädchen oder Frauen sind in einem Fußballverein - knapp sieben Millionen Deutsche sind es insgesamt. Noch krasser sind die Werte für Schach: Hier dominieren die Männer mit 93 Prozent. Fast komplett unter sich sind die Männer beim Sportfischen: Winzige 3,3 Prozent der 630.000 Sportfischer sind Frauen. Sie treffen sich lieber zum Eislaufen (77 Prozent) oder zum Reiten (75,1 Prozent).

Die Deutschen. Auf 1000 Einwohner kommen hierzulande acht Geburten. Es gibt einfach viel mehr ältere als jüngere Menschen. Deshalb sinkt die Einwohnerzahl rapide - das lässt sich auch durch Zuwanderung nicht aufhalten. Um das Bevölkerungsniveau konstant zu halten, müsste jede Frau durchschnittlich 2,1 Kinder gebären.

Wieder liegen die Deutschen vorn. Noch nicht einmal 13,5 Prozent der Menschen sind jünger als 15 Jahre - weltweit wird das nur von Japan übertroffen, wo es 13,4 Prozent sind. Zugleich haben wir zusammen mit Italien die meisten Menschen im Seniorenalter in Europa: 20,4 Prozent sind 65 Jahre oder älter.

Mit relativ knappem Vorsprung führen hier die Männer: 60 Prozent der Ladendiebstähle gingen 2010 auf sie. Generell werden sie eher kriminell als Frauen, das Verhältnis liegt bei drei zu eins. In fast neun von zehn Fällen waren Mörder und Totschläger männlich. Die Statistik widerlegt im Übrigen auch die rechte Stammtischweisheit, Ausländer seien per se krimineller. Nur jeder fünfte Tatverdächtige kommt nicht aus Deutschland.

Man sollte es nicht glauben, aber tatsächlich führt in dieser Frage das beschauliche Niedersachsen. Jeder fünfte Verurteilte gehört dort zur Gruppe der Jugendlichen oder Heranwachsenden. Knapp dahinter reiht sich Schleswig-Holstein ein. Ein genereller Nordtrend lässt sich daraus aber nicht ableiten: Bremen belegt mit nicht einmal acht Prozent den letzten Rang.

Knapp 44.000 Euro bekam ein Vollbeschäftigter 2011 brutto im Jahr. Am meisten verdient man in Hamburg und Hessen, dort liegen die durchschnittlichen Stundenlöhne bei 21 Euro brutto. Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo man pro Stunde auf etwa 14,50 Euro kommt.

Ein Einpersonenhaushalt stand im Jahr 2009 durchschnittlich mit 29.000 Euro bei der Bank in der Kreide. Nach der Heirat steigen die Schulden übrigens sprunghaft an: Während Ledige mit 18.000 Euro in den roten Zahlen sind, kommen Verheiratete auf 52.000 Euro Schulden.

  • FTD.de, 10.10.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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