Seine Serie von Schüssen auf Lastwagen gibt dem Bundeskriminalamt Rätsel auf. Seit 2008 wurde bereits 700-mal, vorwiegend auf Autobahnen, auf Lkw geschossen - weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Die meisten Ziele waren Autotransporter. Am Dienstag ging das BKA in die Offensive - kann allerdings kaum Ergebnisse vorweisen. "Bis heute haben wir keinen konkreten Hinweis auf den oder die Täter", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke in Wiesbaden.
Die Ermittler vermuten, dass der Täter ein Lkw-Fahrer sein könnte, der während der Fahrt auf den Gegenverkehr schießt. Denn viele Schüsse, konnte die Polizei ermitteln, wurden aus einer erhöhten Position abgegeben - also eventuell einem Führerhaus.
Eine Frau wurde getroffen und verletzt. Die Kugel schlug damals durch die Seitenscheibe, Teile des zersplitterten Projektils drangen der Fahrerin in den Rücken, nahe der Wirbelsäule. Der Fall aus dem November 2009 ist die gravierendste Tat des oder der Heckenschützen. Die Tatorte lagen vorwiegend im Süden und Westen Deutschlands, aber auch in Belgien und Österreich.
Was die Polizei besonders beunruhigt, ist, dass der oder die Täter in den vergangenen Monaten nicht mehr Waffen des kleineren Kalibers 22 verwenden, sondern Kaliber 9mm - inzwischen in 40 Fällen. "Aufgrund der höheren Durchschlagskraft eines 9mm-Geschosses ist die Gefährdung der Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer deutlich höher", schreibt das BKA. Es werde zwar offenbar nicht gezielt auf Menschen geschossen, aber "der Täter nimmt schwere Verletzungen anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf".
Wegen der Verschärfung der Lage richtete das BKA im Oktober sogar eine sogenannte besondere Aufbauorganisation namens "Transporter" ein.
FTD/DPA