Etwa 40 Prozent der Media-Markt-Kunden sind weiblich. Das ist zu wenig, finden die Verantwortlichen, und wollen den Ladys das Shoppen angenehmer machen. Wohlfühl-Ambiente, geschmackvolle Sitzgelegenheiten und wechselnde Themenwochen sollen für einen weiblichen Besucherstrom sorgen.
"Beim Kennenlernen von technischen Innovationen sind Frauen drei Dinge besonders wichtig: ein vertrauenswürdiger, verlässlicher Anbieter, eine ansprechendes Ambiente und 'Technik zum Anfassen'", so steht es auf der Facebook-Seite von Media Markt Austria .
Da das eigentlich normal sein sollte, fragt man sich doch unwillkürlich, wie es außerhalb der sogenannten "Woman's World" ausschaut: Werden dort nur Billigprodukte aus zweifelhaften osteuropäischen Fabriken in zugigen Lagerhallen ausschließlich in von Lastwagen gefallenen Kartons vertickt? Meine Herren, Sie fühlen sich doch nicht etwa diskriminiert?
In 31 österreichischen Filialen läuft die Testphase seit dem 19. April, bei Erfolg soll das Konzept auch in Deutschland verwirklicht werden. Der Spott im Netz ist bereits groß, auf Twitter entrüsten sich vor allem die weiblichen User: "Sehr schön, fand es immer schwierig, die Kundentoiletten bei Media Markt zu finden. Wechsle meine Tampons dann demnächst in der Frauenzone", schreibt myko. Und Selina Veit bringt auf den Punkt, wie rückständig der Konzern agiert, der meint, man könne Frauen mit pinken Gadgets ködern: "Also bei Media Markts Auffassungen von Frauen wird mir schon eher übel. Zum Beispiel hasse ich Rosa und Glitzer. Und habe trotzdem Brüste."
Männliche User twittern ins gleiche Horn. Leon plädiert für die Einführung einer "Idiotenzone im MediaMarkt, damit sich normale Kunden nicht über Sexismus und Vorurteile ärgern müssen". Und Joachim von Quantenwelt fügt hinzu: "Statt einer Frauenzone könnten die mal eine Zone einrichten, in der wir anständig beraten werden. Ach, gibt's schon: Internet."
Von den PR-Bildern, die für die Frauenzone werben, lächeln Frauen mit pinken Kopfhörern, pinken Laptops und pinken Digitalkameras. Es braucht eigentlich keinen Shitstorm wie derzeit auf Twitter, um der Marketingabteilung die vermutlich männlichen Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Sie hätten sich besser gleich von der vierjährigen Riley beraten lassen, die sich in einem Spielzeugmarkt herrlich energisch erzürnt über die pinke Frauenzone, in der sich keine Superhelden finden lassen. "Why do all the girls have to buy pink stuff?", fragt sie verzweifelt.
Die Antwort lautet: Müssen sie ja gar nicht. Mädchen mögen auch Superhelden, Jungs mögen auch Prinzessinnen. Und solange das schon Vierjährigen klar ist, darf sich auch die männliche Kundschaft beim Einkaufen gern mal hinsetzen und die begehrten Elektroartikel anfassen und ausprobieren. Nur nicht in der Frauenzone.