Der Sommer ist ein Amateur,
dem viel Verdruss beschieden wär,
spielte er je vor Publikum.
Den Einsatz, den versaut er immer,
denn wenn er kommt, schon hieß es: nimmer,
so macht er nur die Menschen dumm.
Die Röcke kurz, die Beine weiß.
Die Hemden lang, es fließt der Schweiß
vom wohlpomadierten Managerhaupt.
Den Blick gebannt, starrt er verdeckt
auf was der Winter sonst bedeckt
und fragt sein Restgewissen: Ist's erlaubt?
Feierabend vor der Tür,
kommse Chef, auch Sie ein Bier.
Auf dass wir diese Stunden nutzen.
Je später der Abend, desto breiter die Mannschaft.
Bloß hoffen, dass der Prakti morgen echt ranschafft.
Sonst müssen wir den zurechtstutzen.
Füße stehn in eigner Suppe,
überall riecht es nach Fluppe.
After Work, sie kreischen's schon.
Die Ärmel sind längst hochgekrempelt,
wer komisch guckt, wird weggerempelt
herum wabert Testosteron.
Irgendwann, es kommt ein Wind auf,
kommt selbst der tumbste Trottel drauf.
Vernachlässigt hat er seine Telefone
nun seit Stunden in der Tasche stecken
und will im Nach-Hause-Wanken checken
ob sich ein längeres Fernbleiben wohl lohne
300 Mails, 27 Anrufe, dreimal der Vorstand, viermal die Frau.
Hoffentlich, verfluchter Sommer, ist morgen der Himmel schön grau