Nach dem Examen bekommt Violet (Emily Blunt) ein Jobangebot von der State University im fernen Michigan. Ihr chronisch verständnisvoller Verlobter Tom (Jason Segel) opfert seine vielversprechende Karriere als Nobel-Koch im sonnigen San Francisco um sie zu begleiten. Die Hochzeit wird verschoben. Zu oft? Mit der Flexibilisierung des Arbeitsmarkts tritt der Krieg der Geschlechter in eine neue Phase. Regisseur Nicholas Stoller verzichtet auf sein typisch turbulentes Defilee von Peinlichkeiten wie in "Männertrip", er inszeniert stattdessen eine romantische wie bissige Komödie über Theorie und Praxis der großen Liebe. Während Violet die Mechanismen des Selbstwertgefühls wissenschaftlich erforscht, löst sich das Selbstbewusstsein ihres Zukünftigen in Nichts auf. Für sein Talent besteht hier kein Bedarf, so arbeitet Tom in einer Sandwich-Bar, geht mit skurrilen Kumpels auf die Jagd und entdeckt seine Leidenschaft fürs Stricken. Jason Segel brilliert in der Rolle des naiven Helden, der tapfer seine Frustrationen zu kompensieren versucht. Tom war nie ein charismatischer Verführer, trotteliger Charme ist seine Stärke, aber auch Gutmütigkeit hat ihre Grenzen.
Anna Grillet
| Fast verheiratet |
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| USA 2012 |
| Länge 120 Min. |
| Regie: Nicholas Stoller |
| Darsteller: Jason Segel, Emily Blunt, Alison Brie, Rhys Ifans, Kevin Hart, Chris Pratt, Chris Parnell |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Sie ist ebenso charakterstark wie wandelbar: Nach ihrer Rolle als Hackerin in Stieg Larssons "Millennium"-Trilogie brilliert Noomi Rapace jetzt als panische Mutter. Um ihren Sohn Anders auch im Schlaf schützen zu können, kauft sie ein Babyfon. Gleich in der ersten Nacht schreckt sie hoch: Laute Schreie dringen aus der Funkanlage! Aber als sie zu Anders rennt, schläft der tief und fest. Ein Verkäufer im Elektronikmarkt gibt ihr einen wichtigen Hinweis: Das Babyfon könnte auch Geräusche eines anderen Geräts übermittelt haben - irgendwo aus ihrem Wohnblock. Dieses Verwirrspiel versetzt die Zuschauer in eine Zwischenwelt voller Zweifel: Ist das, was sie durch Anna erfahren, Halluzination oder Wirklichkeit? Regisseur Pal Sletaune wird für seine Thriller gern mit Roman Polanski verglichen. Diesem Ruf wird er auch hier gerecht. Und Rapace erspielt sich endgültig einen Platz in der Riege der stärksten Charakterdarstellerinnen ihrer Generation.
Franziska Bossy, dpa
| Babycall |
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| NOR/SWE/GER 2011 |
| Länge 96 Min. |
| Regie: Pal Sletaune |
| Darsteller: Noomi Rapace, Kristoffer Joner |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Ruppig wird Annegret von ihrer Familie abgeschoben. Dabei ist die rüstige Dame noch viel zu fit für den trostlosen Alltag im Seniorenheim. Ebenfalls unwohl bei öden Lesenachmittagen und Fitnesskursen fühlt sich Tiedgen, der gerne ausbrechen würde. Als die Pensionäre mit einer Propellermaschine zum Rundflug abheben, nutzt er seine Chance: Er wird zum Flugzeugentführer. Nun geht es gen Süden, ob die Piloten wollen oder nicht. Wunderbare Darsteller, von Angelica Domröse bis Otto Sander, machen Böhlichs Komödie extrem kurzweilig. Marion van de Kamp gibt eine der Vergangenheit nachhängende Schauspieldiva, Herbert Feuerstein und Monika Lennartz spielen ein herrlich spießiges Ehepaar. Vor allem Domröse und Sander, deren Figuren sich langsam näherkommen, ragen heraus. Für ein jüngeres Publikum jedoch ist die Inszenierung zu artig und gemächlich. Bewegend aber ist die Story von den Alten, die auf einer griechischen Insel landen, trotzdem.
Matthias von Viereck, dpa
| Bis zum Horizont, dann links! |
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| Deutschland 2012 |
| Länge 93 Min. |
| Regie: Bernd Böhlich |
| Darsteller: Otto Sander, Angelica Domröse |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |
Junge Männer, die Mädchen hinterherhecheln, gibt es im Kino haufenweise. Derart liebevoll wie in dieser belgischen Tragikomödie wurde das Thema jedoch nur selten gezeigt. Erzählt wird eine ebenso spritzige wie anrührende Geschichte um drei Behinderte, die nach dem berühmt-berüchtigten ersten Mal gieren. Philip ist vom Hals an abwärts gelähmt, Jozef blind und Lars nach einer überstandenen Krebserkrankung an den Rollstuhl gebunden. Als die drei Über-Zwanzigjährigen von einem Bordell in Spanien erfahren, das auf behinderte Kunden spezialisiert sein soll, machen sie sich auf den Weg. Die auf Tatsachen beruhende Story klingt in Stichworten nach Klischees, Schmuddelwitz und Oberflächlichkeit. Doch Regisseur Geoffrey Enthoven und sein gut aufgelegtes Darstellerteam lassen den gängigen Fäkalwitz links liegen und segeln ohne Abstürze auf den Höhen intelligenten Humors voller Herzenswärme. Nie lacht das Publikum über die Protagonisten, sondern stets mit ihnen. Peter Claus, dpa
| Hasta la Vista |
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| Belgien 2011 |
| Länge 115 Min. |
| Regie: Geoffrey Enthoven |
| Darsteller:Robrecht Vanden Thoren, Tom Audenaert |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |