Ein Abendessen daheim, Freunde, Verwandte, das übliche Geplänkel. Der erfolgreiche Mittvierziger Vincent (Patrick Bruel) wird zum ersten Mal Vater. Er liebt es im Mittelpunkt zu stehen, zu provozieren - und solche Langweiler wie sein Schwager Pierre (Charles Berling), ein arroganter Linksintellektueller, nerven ihn. Ob sie schon einen Namen für das Kind haben? Ja, aber Vincent lässt die anderen betteln, raten, dann rückt er damit heraus: Adolphe. Ein Sturm der Entrüstung bricht los. Wie Hitler? Vincent verteidigt sich gekonnt, attackiert, das Wortgefecht eskaliert. Was anfangs noch rein politisch philosophisches Hickhack ist, als böser Scherz geplant, wird schnell persönlich. Die amüsante wie irritierende Boulevardkomödie nach dem gleichnamigen Bühnenstück erinnert an Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels". Abgründe tun sich auf. Die Masken fallen. Kindheitserinnerungen, Geheimnisse, Lügen, Frustrationen werden zur hochexplosiven Mischung und einem Spiegel der Gesellschaft. Das irrwitzige Kammerspiel von Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte wurde in Paris zur Theatersensation und der Film zum Publikumsliebling.
Anna Grillet
| Der Vorname |
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| Frankreich/Belgien 2012 |
| Länge 109 Min. |
| Regie: Alexandre de la Patellière, Matthieu Delaporte |
| Darsteller: Patrick Bruel, Valérie Benguigui, Charles Berling |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Der sehnlichste Wunsch des achtjährigen John ging in Erfüllung: Sein Teddybär wurde lebendig, und er war nie mehr einsam. Mittlerweile ist John (Mark Wahlberg) 35 Jahre alt, wenig karrierebewusst und verbringt noch immer die meiste Zeit mit seinem plüschigen Kumpel vor dem Fernseher. Freundin Lori (Mila Kunis) verliert langsam die Geduld, nicht nur weil Teddy säuft, kifft, sexistische Sprüche reißt und eine Vorliebe für Escorts hat - er ist auch extrem besitzergreifend und tut alles, um John am Erwachsenwerden zu hindern. Die schräge Beziehungskomödie inszeniert Seth MacFarlane ("Family Guy") als skurrile Persiflage auf den American Way of Life und die Popkultur der 80er. Jede Art von Vorurteilen wird mit gängigen Klischees gemixt und endet als derber, aber sprachlich brillanter Witz. Geschmacklosigkeit ist keine Garantie für Komik, schließt kreatives Potenzial jedoch nicht aus. Schwarzer Humor macht die verbalen Tabubrüche erträglich.
Anna Grillet
| Ted |
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| USA 2012 |
| Länge 110 Min. |
| Regie: Seth MacFarlane |
| Darsteller: Mila Kunis, Mark Wahlberg, Giovanni Ribisi |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Lasziv räkelt sich eine blonde junge Frau auf einem Flecken Gras und nascht ein Stück Käse. Ein Werbespot wird gedreht. Hauptfigur ist Candice Lecoeur aus dem französischen Provinzkaff Mouthe. Sie sieht aus wie Marilyn Monroe und hält sich für eine Wiedergeburt der amerikanischen Ikone. Eines Tages findet ein Skiläufer die Leiche von Candice im Schnee. "Who Killed Marilyn?", fragt sich das Dorf aufgeregt. Der Schriftsteller David Rousseau, dem die Ideen ausgegangen sind, fängt an zu recherchieren. Der Film, als Krimikomödie angekündigt, kommt passend zum 50. Todestag des US-Superstars in die Kinos. Rousseau und Mitstreiter Leloup setzen das tödliche Puzzle nach und nach zusammen. In den verschneiten Bergen von Mouthe wirkt die Handlung jedoch oft zäh und vorhersehbar. Immer wieder sitzt Rousseau im Auto, im Hotelzimmer. Immer wieder schwenkt die Kamera über die Winterlandschaft. Für eine Komödie fehlt die Leichtigkeit - für einen Thriller die Spannung.
Iris Auding, dpa
| Who Killed Marilyn? |
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| Frankreich 2011 |
| Länge 102 Min. |
| Regie: Gérald Hustache-Mathieu |
| Darsteller: Jean-Paul Rouve, Sophie Quinton |
| FTD-Bewertung: 2 von 5 Punkten |
Dem Wahnsinn des Nahostkonflikts mit seinen Selbstmordattentaten, Grenzkontrollen und alltäglichen Schikanen kann man nur noch mit den Mitteln der Satire beikommen. Nach dieser Prämisse hat der französische Regisseur Sylvain Estibal eine haarsträubende, bisweilen zum Schreien komische und zugleich tieftraurige Groteske in Szene gesetzt. Der Fischer Jafaar (Sasson Gabai) aus dem Gazastreifen traut seinen Augen nicht, als eines Tages ein ausgewachsenes vietnamesisches Hängebauchschwein in seinem Netz zappelt. Das Tier war bei einem Sturm von einem fernöstlichen Frachter gerutscht. Jafaar hat aber nicht nur Schwein - er wittert auch sofort das ganz große Geschäft. Dabei bekommen alle ihr Fett ab: verbohrte jüdische Siedler ebenso wie palästinensische Fanatiker, die Jugendliche zu Selbstmordattentätern ausbilden. Am Ende deutet sich sogar eine Art Utopie an. Alle Beteiligten sitzen in einem Boot. Jetzt müssen sie nur noch das Gelobte Land finden.
Johannes von der Gathen, dpa
| Lady Vegas |
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| Frankreich 2011 |
| Länge 98 Min. |
| Regie: Sylvain Estibal |
| Darsteller:Sasson Gabai, Ulrich Tukur |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |