Jeremy Renner ist ein eindringlicher Darsteller von meist hoher Präsenz. Ob als Bombenräumer in "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" oder als Bankräuber in "The Town - Stadt ohne Gnade". Nun tritt der US-Star in die Fußstapfen von Matt Damon alias Jason Bourne. Damon spielte ab 2002 in der "Bourne"-Reihe einen unter Amnesie leidenden Auftragskiller der CIA. Renner gibt jetzt im vierten, von Tony Gilroy inszenierten Teil den neuen Protagonisten. Anfangs erleben wir den neuen Helden in der Wildnis, bärtig und ganz Naturbursche: Dem Klima Alaskas trotzt Aaron Cross mit ebensolcher Souveränität, wie er sich mit Wölfen herumschlägt. Doch schon bekommt er es mit seinen Vorgesetzten zu tun: Als Mitglied eines verdeckten CIA-Programms soll Cross genauso eliminiert werden wie andere Agenten weltweit. Renner ist tougher und maskuliner als sein Vorgänger Damon. Der hingegen wirkte charmanter und menschlicher - vor allem im ersten Teil der "Bourne"-Reihe von 2002. An das sympathische Spiel von Matt Damon und Franka Potente im Erstling vor zehn Jahren reichen Renner und die Hauptdarstellerin Rachel Weisz jedoch nicht heran.
Matthias von Viereck, dpa
| Das Bourne Vermächtnis |
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| USA 2012 |
| Länge 135 Min. |
| Regie: Tony Gilroy |
| Darsteller:Jeremy Renner, Rachel Weisz, Edward Norton, David Strathairn, Albert Finney, Stacy Keach |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Regisseur Terence Davies bringt Terence Rattigans Bühnenstück "The Deep Blue Sea" neu auf die Leinwand. Stars wie Rachel Weisz, Tom Hiddleston und Simon Russell Beale verkörpern den Konflikt zwischen ehelicher Treue und sexueller Leidenschaft. Zwischen beiden Polen hin- und hergerissen ist im London der 50er-Jahre Lady Hester Collyer. Die 40-Jährige bricht die komfortable Ehe mit ihrem älteren, konventionellen Juristen-Ehemann, weil der junge Hallodri und Weltkriegsflieger Freddie ungeahnte sexuelle Leidenschaft in ihr weckt. Davies schuf ein melodramatisches Kammerspiel im Stil der Nachkriegszeit - ohne damit altbacken zu wirken. Eine geschlagene Viertelstunde lang fällt kein Wort, elegische Musik harmoniert mit der Dunkelheit der Szene. Während Hester auf dem Sofa liegt und an ihrer Zigarette zieht, verfangen sich ihre Erinnerungen im Rauch. Britisch-diskret meistern die Darsteller ihre Parts. Bis zum Schluss zu bewundern: Florian Hoffmeisters intime Kameraführung.
Ulrike Cordes, dpa
| The Deep Blue Sea |
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| Großbritannien 2011 |
| Länge 98 Min. |
| Regie: Terence Davies |
| Darsteller: Rachel Weisz, Tom Hiddleston |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Freundschaft in Zeiten der Stasi - nicht immer leicht. Wem kann man vertrauen, wer ist ehrlich oder wer würde einen schlimmstenfalls verraten? Um dieses Wechselspiel zwischen Vertrauen und Misstrauen geht es in diesem Film um drei junge Männer, die zu DDR-Zeiten als Matrosen der Handelsmarine anheuern wollen. Ihr Ziel: die ferne Welt. Doch aus ihren Plänen wird nichts, im Gegenteil: Die Stasi taucht auf und will zwei der Freunde als Spitzel gewinnen. Sie sollen den Dritten im Bunde aushorchen. Fortan ändert sich das Leben der drei radikal. Toke Constantin Hebbeln hat nach seinem Oscar-gekrönten Studentenkurzfilm "Nimmermeer" das bedrückende und bewegende Stasi-Drama über die Situation von politischen Gefangenen inszeniert. Ohne falsches Pathos zeigt er darin, wie das Misstrauen immer weiter um sich greift, bis in intimste Beziehungen. Die Musik ist bisweilen etwas zu bombastisch - doch viele Szenen rühren an.
Caroline Bock, dpa
| Wir wollten aufs Meer |
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| Deutschland 2012 |
| Länge 116 Min. |
| Regie: Toke Constantin Hebbeln |
| Darsteller: Alexander Fehling, August Diehl |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Diese Münchner Komödie verweigert sich genau wie ihr sympathischer Antiheld unaufgeregt dem Zeitgeist: Basti (Sebastian Bezzel), rikschafahrender Fremdenführer, Freigeist, Hallodri und Tubaspieler, wird von seiner bislang unbekannten 17-jährigen Tochter Dina (Sarah Horvath) heimgesucht - die gleich noch ein Baby und damit auch den Enkel mitbringt. Das Mädel will Geld, Ausgleich für nie gezahlten Unterhalt. Geld, das Basti nicht zusammenstrampeln kann und weder seine alleinerziehende Schwester noch sein mit einem jungen Griechen verheirateter Vater übrig haben. Mancher hat sich von den Produzenten Jakob Claussen und Uli Putz mehr erwartet, verantwortlich für mal mehr, mal weniger tiefsinnige Erfolge wie "Maria, ihm schmeckt's nicht", "Crazy", "Jenseits der Stille" und "Nach Fünf im Urwald". Unter dem Klamauk ist aber ein liebenswert revolutionäres Familienmodell versteckt - weitab vom verpatchworkten und neokonservativen Gesellschaftsentwurf der Gegenwart.
Elke von Berkholz
| Vatertage |
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| Deutschland 2012 |
| Länge 93 Min. |
| Regie: Ingo Rasper |
| Darsteller: Sebastian Bezzel, Sara Horvath |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |