Es ist der persönlichste Film Michael Hanekes. Es geht um Treue, Tod, Loyalität, Liebe und Würde. Anne (Emmanuelle Riva) und Georges (Jean-Louis Trintignant), ein Musiklehrer-Ehepaar, beide um die 80, sind seit Jahrzehnten glücklich verheiratet. Ihr Pariser Apartment hat jene elegante, kultiviert anheimelnde Unordnung, die von einem erfüllten Leben zeugt. Ein letzter unbeschwerter Konzertbesuch - dann ändert sich ihr Dasein radikal. Anne erleidet einen Schlaganfall, einen zweiten - ist halbseitig gelähmt, sitzt im Rollstuhl. Sie will nie wieder zurück ins Krankenhaus. George muss es ihr versprechen. Die Wohnung wird zur Festung, der Film zum Kammerspiel. Die beiden wollen allein sein auf diesem letzten gemeinsamen Weg. George pflegt mit bedingungsloser Hingabe seine Frau, behutsam, gütig, humorvoll. Er füttert sie, wäscht sie, wechselt die Windeln. Der Verlust ihrer Unabhängigkeit wird zur Tortur für Anne und damit auch für Georges. Albträume quälen ihn. Annes Geist verwirrt sich, die Schmerzen werden unerträglich. George muss eine Entscheidung treffen. Ein Meisterwerk: intim, kompromisslos, ergreifend, ästhetisch virtuos mit grandiosen Schauspielern.
Anna Grillet
| Liebe |
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| FRA/AUT/GER 2012 |
| Länge 126 Min. |
| Regie: Michael Haneke |
| Darsteller:Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert |
| FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Ein Asteroid rast auf die Erde zu, noch 21 Tage bis zum Weltuntergang. Was tun in dieser Zeit? Der schüchterne Versicherungsvertreter Dodge (Steve Carell) kümmert sich um einen verlassenen Hund. Überall Gewalt, Orgien, Panik, Chaos, Plünderungen. Nachbarin Penny (Keira Knightley), eine junge quirlige Engländerin, kann gerade noch einige ihrer Schallplatten retten. Er will seine Jugendliebe treffen, sie ihre Eltern. Zusammen machen die beiden sich auf den Weg. Lorene Scafaria inszeniert die bittersüße Endzeit-Romanze Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt als melancholisch skurriles Roadmovie voller tragischer und komischer Begegnungen. Eine bizarre, aber rührende Freundschaft entsteht: er introvertiert, oft bedrückt, resigniert - sie extrovertiert, ein wenig exzentrisch mit einer Obsession für Vintage Vinyl und den Sound der 60er. Die Songs der Walker Brothers, Herb Alperts und der Hollies werden unverzichtbarer Teil der Lovestory.
Anna Grillet
| Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt |
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| USA 2012 |
| Länge 101 Min. |
| Regie: Lorene Scafaria |
| Darsteller: Keira Knightley, Steve Carell, Adam Brody |
| FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Fliegende Geschosse, Feuersalven und spritzendes Blut: Mit so viel Gewalthorror und Spezialeffekten wie noch nie kommt die Actionsaga "Resident Evil" wieder in die Kinos. In der nunmehr fünften Ausgabe des verfilmten Videospiels kämpft wie seit zehn Jahren Milla Jovovich als Alice gegen Zombies und zähnefletschende Monster. Und ihr Ehemann Paul W. S. Anderson übertrifft sich als Regisseur und Autor diesmal selbst mit seiner Hochglanzaction. Freunde von "Resident Evil" erleben so eine Art Best-of dieser Geschichte um den Kampf gegen das Böse und das Überleben der Menschheit. Nun ging es bei der Story nie ernsthaft um eine echte Handlung, um Logik oder etwa um Schauspielkunst. Es geht vielmehr um kontrastreiches Bilderkino, schöne Frauen und Waffen. Geboten werden einprägsame Bilder mit ausgeklügelter Farbdramaturgie. Den Augen seiner Fans gönnt Anderson durch die dicht gesetzte Action kaum eine Ruhepause.
Ulf Mauder, dpa
| Resident Evil: Retribution |
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| Deutschland, USA 2012 |
| Länge 95 Min. |
| Regie: Paul W. S. Anderson |
| Darsteller: Milla Jovovich, Kevin Durand |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |
Sacha Keller liebt sein leichtes Leben voller Affären und Partys. Er ist Musiker in Paris, schreibt Werbejingles, und nachts spielt er Klavier in einer Bar. Seine Mutter kümmert sich um seine Wäsche und achtet darauf, dass ihr Sohn genügend Obst isst. Das Leben von Charlotte Posche dagegen ist durchorganisiert, für Tagträume fehlt ihr die Zeit. Sie wohnt großbürgerlich, hat drei Kinder. Von ihrem Mann - einem gut verdienenden Manager - ist sie getrennt. Ein Zufall führt Charlotte und Sacha zusammen. Es gibt Slapstick, Klamauk und Stunts und natürlich ein Happy End. Eine leichte Sommerkomödie mit Sophie Marceau und Gad Elmaleh in den Hauptrollen. Immer wieder gibt es unterhaltsame Szenen, doch der Plot verliert im Vergleich zum Start des Films an Fahrt, und der Zuschauer braucht nicht viel Fantasie, um zu wissen, wie es weitergeht. Aber wer leichte Sommerunterhaltung sucht, schöne Bilder aus Paris und New York sehen will, macht bei diesem Film nichts falsch.
Iris Auding, dpa
| Und nebenbei das große Glück |
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| Frankreich 2012 |
| Länge 110 Min. |
| Regie: James Huth |
| Darsteller: Sophie Marceau, Gad Elmaleh |
| FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten |