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Merken   Drucken   26.09.2012, 16:24 Schriftgröße: AAA

Für Kinofans: Die Neustarts der Woche

In den Kinos laufen in dieser Woche unter anderem an: "Wie beim ersten Mal", "Messner", "Der Fluss war einst ein Mensch" und "Schutzengel".
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk / Warner Bros. GmbH
In den Kinos laufen in dieser Woche unter anderem an: "Wie beim ersten Mal", "Messner", "Der Fluss war einst ein Mensch" und "Schutzengel".

 

Meryl Streep als Kay und Tommy Lee Jones als Arnold in einer Szene ...   Meryl Streep als Kay und Tommy Lee Jones als Arnold in einer Szene des Kinofilms "Wie beim ersten Mal"

Kay und Arnold sind seit mehr als 30 Jahren verheiratet. Wie das eben so ist, hat sich Routine eingeschlichen. Zum Hochzeitstag schenken sie sich ein Pay-TV-Abo. Denn schließlich sind 31 Jahre ja nichts wirklich Besonderes. Und seitdem Arnold ein Rückenleiden hat, schlafen die zwei sogar in getrennten Zimmern. Arnold (Tommy Lee Jones) scheint das zu gefallen. Jeden Morgen macht Kay (Meryl Streep) ihm das Frühstück und abends weckt ihn seine Frau, wenn er wieder bei seiner Golfsendung eingeschlafen ist. Für ihn gibt es keinen Grund, etwas an diesem bequemen Nebeneinander zu ändern. Doch da hat er seine Rechnung ohne Kay gemacht. Hinter seinem Rücken meldet sie sich und ihren Mann für die teure Paartherapie von Dr. Bernard Feld (Steve Carell) an. Es ist fast 20 Jahre her, dass Meryl Streep ein kleines Tabu brach und in "Die Brücken am Fluss" mit Clint Eastwood ein Liebespaar spielte, das alles war - nur eben keine 20 mehr. Seitdem hat es viele dieser Filme über den zweiten Frühling gegeben. Doch der neue Film von Regisseur David Frankel fügt dieser Reihe nun eine interessante und unterhaltsame Variante hinzu.

Britta Schultejans, dpa

Wie beim ersten Mal
USA 2012
Länge 100 Min.
Regie: David Frankel
Darsteller: Meryl Streep, Tommy Lee
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten

Alle 14 Achttausender, den Mount Everest als erster ohne künstlichen Sauerstoff. Rekorde kennzeichnen das Leben Reinhold Messners. Was trieb ihn? Auflehnung gegen die bürgerliche Enge der Südtiroler Heimat - und gegen den allzu strengen Vater. Filmemacher Andreas Nickel geht in seinem halb dokumentarischen Werk auf die Suche nach den Gründen für Messners rastlosen Ehrgeiz und seinen unbändigen Willen. Beeindruckende Aufnahmen schwindelerregend steiler Wände, faszinierende Ansichten schneebedeckter Berggipfel: Himalaja, Alpen und das ewige Eis der Pole, dazu Songs von Bob Dylan - und Messner allein auf einem schneebedeckten Grat, verlassen und klein in der mächtigen Natur. Andere Regisseure haben sich auch schon mit seinem Leben befasst, Joseph Vilsmaiers "Nanga Parbat" geriet zum Epos. Ganz ohne Heldenmythos kommt auch Nickel nicht aus: Er spielt an auf Sisyphos, der immer wieder einen Felsblock einen Hang hinaufrollen muss.

Sabine Dobel, dpa

Messner
Deutschland 2012
Länge 108 Min.
Regie: Andreas Nickel
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten

Auf einer Afrika-Reise begegnet ein junger Europäer einem alten Fischer. Dieser nimmt ihn mit auf seinem Holzboot, tief hinein in die Sümpfe des Okavangodeltas. Am nächsten Morgen jedoch ist der Fischer weg und der Deutsche ganz auf sich allein gestellt. Inmitten der Natur und einer ihm völlig fremden Kultur muss sich der Reisende seinen Ängsten stellen. Die Fahrt des Protagonisten - sein Staken im Wasser - ist eine Suche nach dem richtigen Weg, auch nach einem Ende. Der Regisseur stellt seine Hauptfigur bewusst als Fremdkörper aus. Er ist ein Eindringling in den natürlichen Lebensraum. In diesem außergewöhnlichen Film liefert der Schauspieler Alexander Fehling ein imposantes Solo. Das von Jan Zabeil in Szene gesetzte Drama entstand ohne großes Budget und ohne ein festes Drehbuch. Gedreht wurde in Afrika mit einem aus nur vier Personen bestehenden Team. Hauptdarsteller Fehling ist bekannt durch Kinofilme wie "Goethe!" oder "Die Buddenbrooks".

dpa

Der Fluss war einst ein Mensch
Deutschland 2011
Länge 83 Min.
Regie: Jan Zabeil
Darsteller: Alexander Fehling, Sariqo Sakega
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten
Til Schweiger als Max Fischer und Luna Schweiger als Nina in einer ...   Til Schweiger als Max Fischer und Luna Schweiger als Nina in einer Szene des Action-Dramas "Schutzengel"

Nach romantischen Komödien wie "Keinohrhasen" und "Kokowääh" greift Til Schweiger nun zur Waffe. In "Schutzengel" erzählt er von einem ehemaligen Elitesoldaten, der in einem Schutzprogramm für die Sicherheit der Zeugen sorgen soll, die in einem Prozess aussagen werden. Schweiger deutet Auseinandersetzungen nicht nur an, sondern lässt Unmengen von Patronen verfeuern. Und doch ist "Schutzengel" kein echter Actionfilm, denn Schweiger setzt auf die bewährten Elemente seiner bisherigen Arbeiten: Humor und Zwischenmenschliches. Diejenigen aber, die seine bisherigen Werke als Klamauk und Kitsch geschmäht haben, wird er auch mit seinem neuen Werk nicht begeistern können. Etwas mehr Bereitschaft, existenzielle Fragen in den Mittelpunkt zu stellen, hätte sich ausgezahlt. Herausgekommen ist ein Unterhaltungsfilm, der es nicht schafft, den Zuschauer wirklich zu fesseln - das Ende ist zu vorhersehbar.

Dirk Steinmetz, dpa

Schutzengel
Deutschland 2012
Länge 132 Min.
Regie: Til Schweiger
Darsteller: Til Schweiger, Moritz Bleibtreu
FTD-Bewertung: 2 von 5 Punkten
  • Aus der FTD vom 27.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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