Unser Kolumnist spießt Absurdes und Skurriles aus dem Alltag auf.
Ich habe nichts gegen dicke Menschen. Ich bin liberal, meinetwegen darf jeder mit seinem Body-Mass-Index glücklich werden. Das Problem ist: Ich habe den Eindruck, dass der amerikanische Körper die internationale Leitwährung der Kleidergrößen ist. Und je dicker der Amerikaner wird, desto mehr Probleme bekomme ich.
Früher trug ich eine Kleidergröße M. Das bedeutete mittelgroß, nicht groß, nicht klein. Ich konnte gut damit leben. Aber der Amerikaner nicht. Einige Jahre später passte mir M nicht mehr. Mir passte nur noch S. Was war passiert, war ich geschrumpft? Nein, wurde mir erklärt. Es liege vielmehr daran, dass es nunmehr so viele Menschen gibt, die aus der Größe XL herausquellen. Und weil niemand gern XXL kaufe, werde XL einfach größer geschnitten - und die anderen Größen wachsen mit.
Mir blieb nur die Wahl, meine Ernährung auf Chicken-Wings und Cola umzustellen oder mich in die Größe S zu fügen. Ich fügte mich. Nun stellte ich beim Kleiderkauf fest, dass mir nunmehr nur die Größe XS passt. Wie soll das weitergehen? Wird demnächst XXXS für mich erfunden? Ergeht es mir wie der Filmfigur Benjamin Button, die im Alter zum Baby wird? Es muss etwas geschehen, und wenn es niemand sonst tut, bleibt es eben an mir hängen. Liebe Amerikaner, Ihr seid einfach XXXL, nehmt das bitte einfach hin, auch im Etikett, es steht da ja nur ganz winzig. Und macht mich nicht kleiner, als ich bin.