Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.
Die meisten Künstler müssen für einen Plattenvertrag Hunderte Klinken putzen und endlose Konzert-Ochsentouren durch die Provinz durchleiden. Bei ein paar Studenten aus Münster, die letzten Donnerstag ihren WM-Song "Schland o Schland" ins Netz stellten, rief dagegen schon am nächsten Tag der Musikverlag EMI an, ganz von selbst. Gut, zunächst zwar wegen einer einstweiligen Verfügung gegen die Musikanten - der Schland-Song entleiht seine Melodie vom Eurovisions-Hit "Satellite", an dem EMI die Rechte hält. Nach ausführlichen Verhandlungen einigten sich die Studenten nun aber am Montagabend mit dem Label: Sie sind nun bei der Plattenfirma Universal unter Vertrag und werden ihr Lied offiziell als Single veröffentlichen.
Damit hat Deutschland seinen Soundtrack für den Fußballsommer 2010. Fußballpublikum ist in ästhetischen Belangen zwar nicht unbedingt wählerisch, trotzdem scheint es schwerer zu sein als gedacht, einen wirklich erfolgreichen WM-Song herauszubringen. Jeder zweite deutsche Prominente hat zwar ein Lied für das Turnier in Südafrika eingespielt: Bushido singt von "Fackeln im Wind", Nationalstürmer Mesut Özil rappt im Auftrag von Nike mit Jan Delay "Ich bin large". Außerdem noch mit eigenen WM-Songs dabei: die üblichen Verdächtigen Oliver Pocher und Elton sowie ein paar Rapper aus der dritten Reihe. Shakira macht offiziell "Waka-Waka" für die Fifa. Die allgemeine Begeisterung hält sich in Grenzen.
"Schland o Schland", der WM-Song der Münsteraner Studentengruppe "Uwu Lena", fand dagegen sofort ein begeistertes Publikum. Am Donnerstagmorgen stand das Video im Netz, über Facebook und andere soziale Netzwerke wuchs die Fangemeinde Stunde um Stunde. Die Handlung ist überschaubar: Student Christian Landgraf performt das Lied im schwarzen Schlauchkleid mit Lena-Perücke, drumherum tanzende Deutschlandfans. Das Lena-Double singt stilecht mit Mockney-Akzent und verabschiedet sich mit "Alter Finne!"
"Wir haben Grand Prix geschaut, und dabei fiel uns auf, dass wir noch gar keinen richtigen WM-Song in Deutschland haben. Kein heimliches WM-Lied, das die Fans auf der Straße singen", sagt Landgraf, Chefdichter der Schland-Version. Zwei Tage später wacht er mit der Textidee auf, singt es seinem Bruder Matthias am Telefon vor. Mit ein paar Freunden ist der Song schnell eingespielt. Das passende Video wird der Legende nach in 80 Minuten am 9. Juni im Südpark in Münster gedreht.
Teil 2: Hautenges Kleid gekauft - schon beginnt der Dreh