FTD.de » Politik » Rentnerjahrgang 2007 erhält mehr Ruhegeld

Merken   Drucken   10.07.2008, 08:26 Schriftgröße: AAA

Altersbezüge: Rentnerjahrgang 2007 erhält mehr Ruhegeld  

Rentner, die 2007 in den Ruhestand gingen, bekommen eine höhere gesetzliche Rente als die Rentenneulinge des Vorjahres. Das teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin mit. Das Plus ist allerdings kein Geschenk des Staates. von Monika Dunkel (Berlin )
So erhielt ein Renteneinsteiger im Vorjahr im Schnitt 671 Euro monatlich aus der Rentenkasse. Das waren durchschnittlich sechs Prozent mehr als für Einsteiger des Jahres 2006. Dieser Zuwachs gehe in erster Linie darauf zurück, dass viele Menschen inzwischen etwas länger arbeiteten, um Abzüge bei der Rente zu vermeiden, sagte Axel Reimann, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Bund.
Der Gesetzgeber hat in der Rentenreform von 1992 die Altersgrenzen für den abschlagsfreien Bezug der Altersrente angehoben. Wer früher in Rente geht, muss seither Abschläge in Kauf nehmen - pro Jahr des früheren Renteneintritts 3,6 Prozent. Seit 2004 ist ein früherer Rentenbeginn auch für Arbeitslose mit niedrigeren Renten verbunden.
Männliche Neurentner im Westen hatten im Jahr 2007 im Durchschnitt 3,7 Versicherungsjahre mehr auf dem Konto als ein Jahr zuvor. Im Osten waren es 1,7 Jahre. Reimann wies darauf hin, dass der Rentenanstieg mit plus 17,5 Prozent bei jenen besonders deutlich ausfiel, die erst nach Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze mit 65 Jahren in Rente gingen. Sie erhielten im Durchschnitt 479 Euro monatlich, also 71 Euro mehr als der Neurentner-Jahrgang 2006.
Dass diese Altersbezüge deutlich niedriger liegen als bei allen Neurentnern insgesamt, erklärte Reimann damit, dass bei der "Regelaltersrente" alle erfasst sind, die überhaupt irgendetwas aus der gesetzlichen Rente bekommen. Darunter seien viele mit sehr kurzen Beitragszeiten von fünf bis zehn Jahren und entsprechend geringen Renten, sagte der Fachmann.
Bei den "vorzeitigen Altersrenten" - also für jene, die zwischen 63 und 65 Jahren mit Abschlägen in den Ruhestand gingen - lag der Durchschnitt praktisch unverändert bei 822 Euro. In dieser Gruppe sind vor allem die Beschäftigten, die lange Beitragsjahre angesammelt haben, so Reimann.
Dass sich die Frauen im Vorjahr im Schnitt um immerhin zwei bis drei Monate früher in die Altersrente verabschiedet haben als ihre Vorgängerinnen 2006, erklärte der Rentenversicherer mit einem rein statistischen Effekt. Die Frauen hätten ihr Verhalten nicht geändert. Der Effekt rühre daher, dass die Jahrgänge 1941/1942 in ihrer Stärke kriegsbedingt erheblich variieren und dies den Rentenbeginn scheinbar drückt.

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