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23.07.2011, 09:13
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Norwegen:
Mindestens 84 Tote bei Anschlag auf Jugendcamp
Bei den Terroranschlägen in Norwegen sind nach Polizeiangaben mindestens 91 Menschen ums Leben gekommen. Eine Schießerei in einem Jugendcamp auf der Insel Utøya forderte 84 Todesopfer. Kurz zuvor starben mindestens sieben Menschen bei einer Bombenexplosion in Oslo. Ein 32-jähriger Norweger wurde festgenommen.
Die Anschläge in Oslo und auf ein Jugendlager auf der Fjordinsel Utøya wurden nach
Erkenntnissen der Polizei von einem 32-jährigen Norweger verübt. Allein bei dem Angriff auf das Feriencamp seien 84 Jugendliche ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. Der als Polizist verkleideter Attentäter hatte am frühen Abend das Feuer auf die Besucher des Lagers der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF eröffnet. Wenige Stunden zuvor waren bei einem Bombenanschlag in Oslo mindestens sieben Menschen getötet worden.
Der festgenommene Täter soll aus der rechten Szene kommen und nach Überzeugung der Polizei allein gehandelt haben. Er brachte offenbar erst um 15.20 Uhr die Bombe im Regierungsviertel zur Explosion und fuhr dann zur der knapp eine Autostunde entfernten Insel Utøya im Bezirk Buskerud.
Hier eröffnete er das Feuer auf die insgesamt etwa 600 Jugendlichen in dem Ferienlager. Überlebende berichteten im TV-Sender NRK von Panik und Chaos. Viele der Teenager im Alter von 14 bis 17 Jahren sprangen aus Todesangst ins Wasser, um schwimmend von der
Insel zu entkommen. Der Attentäter habe auch auf sie geschossen.
Norwegens König Harald V. forderte seine Landsleute auf, "in dieser schweren Situation zusammenzustehen und einander zu stützen". Auch Ministerpräsident Jens Stoltenberg beschwor den Zusammenhalt im Land. Niemand könne Norwegen "zum Schweigen schießen", das Land werde nicht aufhören, zu seinen Werten zu stehen, sagte er.
Weiterer Sprengstoff auf Insel Utøya entdeckt
Die Polizei wollte zu Einzelheiten noch keine genauen Angaben machen. Der Mann habe Aussagen gemacht, hieß es bei einer Pressekonferenz. Hinweise auf Verbindungen zum internationalen Terrorismus lagen zunächst aber nicht vor.
Wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB berichtete, fand die Polizei nach der Festnahme des Verdächtigen auf der Insel Utøya auch nicht explodierten Sprengstoff. Ob es sich dabei um einen scharfen Sprengsatz handelte, wurde nicht mitgeteilt. Auf den Namen des 32-Jährigen seien zwei Schusswaffen registriert, hieß es unter Berufungen auf Meldungen des Senders TV 2.
Schwere Explosion im Herzen Oslos
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dpa, 23.07.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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