FTD.de » Politik » Deutschland » Stahlproduktion bricht um die Hälfte ein

Merken   Drucken   07.04.2009, 08:50 Schriftgröße: AAA

20-Jahres-Tief: Stahlproduktion bricht um die Hälfte ein  

Es ist der größte Rückgang seit 1990: Autoindustrie und Maschinenbau stecken tief in der Krise, und auch die Stahlhersteller bleiben auf ihren Produkte sitzen. Immerhin will Salzgitter - anders als ThyssenKrupp - Stellenstreichungen vermeiden.
Die deutschen Stahlproduzenten haben im März 49,8 Prozent weniger Rohstahl hergestellt als im Vorjahresmonat. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. "Das ist der höchste Rückgang seit 1990", sagte ein Statistiker. Auch die Erzeugung von Roheisen halbierte sich.
Mit der Senkung des Ausstoßes reagieren die Konzerne auf die Absatzkrise wichtiger Abnehmer wie Maschinenbau und Autoindustrie. Marktführer ThyssenKrupp  plant deshalb, weitere Stellen zu streichen - rund 5000 Leiharbeiter mussten bereits gehen. Mehr als 10.000 Thyssen-Arbeiter hatten am Montag in Duisburg gegen die Einschnitte demonstriert.
Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter  will nach einem Medienbericht auf Kündigungen verzichten. Der Vorstand habe einer entsprechenden Forderung von Betriebsrat und IG Metall zugestimmt, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen Brief der Konzernführung an die Mitarbeiter. Konzernchef Wolfgang Leese vermeide mit der Einigung einen Konflikt mit dem Betriebsrat. Abgeschreckt haben dürften ihn auch die Proteste bei Thyssen-Krupp, hieß es.
05:08:33 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Salzgitter 34,965 EUR   -3,05%  -1.1
ThyssenKrupp 14,13 EUR   -2,75%  -0.4
  • Reuters, 07.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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