FTD.de » Politik » Deutschland » Steinmeier bläst zum Rückzug

Merken   Drucken   14.09.2009, 05:59 Schriftgröße: AAA

Abzug aus Afghanistan: Steinmeier bläst zum Rückzug  

Der Außenminister will in den nächsten vier Jahren den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan einleiten. Schon 2011 soll nach dem Plan Steinmeiers die Verantwortung für den Standort Faisabad und die Provinz Badachschan an die Afghanen übergeben werden. Die CSU begrüßt Steinmeiers Plan. von Stefan Schaaf, Berlin
Zwei Wochen vor der Bundestagswahl legt sich der SPD-Kanzlerkandidat damit auf einen ehrgeizigen Zeitplan fest. Zugleich formuliert er Etappenziele für das deutsche Engagement in Afghanistan, die Kritiker bisher erfolglos von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert hatten. Die unklaren Rahmenbedingungen haben die Unterstützung der Deutschen für den Bundeswehreinsatz laut einer ZDF-Umfrage auf 44 Prozent sinken lassen.
Mit dem neuen Präsidenten Afghanistans müsse ein Fahrplan erarbeitet werden, der "Dauer und Ende unseres militärischen Engagements beschreibt", heißt es in Steinmeiers Zehn-Punkte-Plan, der der FTD vorliegt.
Die afghanische Regierung müsse für den Schutz der Grundrechte und die Bekämpfung von Korruption und Drogenkriminalität sorgen, Deutschland müsse mehr tun für die Ausbildung von Armee, Polizei und Verwaltung. "Ziel muss sein, schon 2011 in allen 122 Distrikten des Nordens eine angemessen ausgebildete Polizei zu haben. In Kundus sollten wir sofort mit der Ausbildung, Ausrüstung und (übergangsweisen) Besoldung von 1500 zusätzlichen Polizisten beginnen." Darüber hinaus solle ein internationaler Reintegrationsfonds die Rückkehr von Mitläufern der Taliban in die afghanische Gesellschaft finanziell unterstützen.
Der neue Präsident müsse das Ergebnis legitimer Wahlen sein, heißt es in Steinmeiers Papier - eine kaum verdeckte Kritik an Amtsinhaber Hamid Karsai, dem sein Gegner Abdullah Abdullah umfangreichen Wahlbetrug vorwirft. Auch gut drei Wochen nach der Präsidentschaftswahl steht das vorläufige Endergebnis noch immer nicht fest. Die umstrittene Wahlkommission legte wider Erwarten am Wochenende lediglich ein weiteres Teilergebnis vor. Demnach erreiche Karsai mit 54,3 Prozent abermals eine absolute Mehrheit, sein Herausforderer Abdullah habe 28,1 Prozent der Stimmen erhalten.
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer unterstützt den Plan von Steinmeier für den schrittweisen Abzug aus Afghanistan. „Was da jetzt kommt, kommt reichlich spät“, sagte Ramsauer der FTD. „Aber es ist zu begrüßen, dass das für Afghanistan federführende Außenministerium endlich konkrete Ansätze liefert.“ Steinmeiers Plan decke sich mit dem, was die CSU seit Jahren vorgeschlagen habe, so Ramsauer, „nämlich zu definieren, was wann erfüllt sein muss, um phasenweise die Präsenz zu reduzieren und eine selbsttragende Stabilität herzustellen.“
  • Aus der FTD vom 14.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote