Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg im Oktober beim Parteitag der CSU.
Zudem seien Texte, aus denen sich der Autor bedient habe, teilweise nicht im Literaturverzeichnis der Arbeit aufgeführt. In seiner Rezension äußert der Rechtswissenschaftler daher Zweifel, "dass die Dissertation wissenschaftlichen Mindeststandards genügt".
Nach Fischer-Lescanos Recherchen soll Guttenberg bei insgesamt acht Autoren Textpassagen übernommen haben, ohne dies ausreichend zu kennzeichnen. Zu den Autoren, bei denen der Verteidigungsminister abgekupfert habe, zählen den Angaben zufolge unter anderem der Tübinger Europarechtler Martin Nettesheim, der frühere EU-Botschafter in den USA, Günter Burghardt, und die Journalistin Sonja Volkmann-Schluck.
Auch einen Text aus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" der Passauer Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig vom Juli 2003 listet der Juraprofessor auf. Zehnpfennig, bei der Guttenberg Teile der Einleitung seiner Dissertation abgeschrieben haben soll, sagte der FTD, dass ihm der Doktortitel aberkannt werden müsse, wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten. Sie habe aber nie gefordert, ihm den Titel sofort zu entziehen.
Der Plagiatexperte Volker Rieble sieht erdrückende Beweise. "Der Leser wird darüber getäuscht, dass ein bestimmter Absatz, ein bestimmtes Textstück, ein bestimmter Gedanke nicht vom Doktoranten zu Guttenberg sondern von einem anderen stammt", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.