Das Präsidialamt will sich zum Wortlaut nicht äußern. Nur soviel: "Die Presse- und Rundfunkfreiheit ist für den Bundespräsidenten ein hohes Gut", lässt Wulff erklären. Dass sein Verhältnis zu dem mächtigen Boulevardblatt zerstört ist, darf wohl als sicher gelten. Dabei passte zwischen den Politiker und "Bild" lange Zeit kein Blatt Papier. Wulff ließ die Zeitung ganz nah an sich ran - auch an sein Privatleben.
"Zum Regieren brauche ich nur Bild, Bams (Bild am Sonntag) und Glotze", soll der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gesagt haben. Auch Wulff machte mit der Zeitung Politik und belieferte sie mit Exklusivgeschichten über Scheidung, neuer Freundin, Heirat und Geburt. Im Juni 2006 berichtete "Bild" als erste Zeitung über die Trennung Wulffs von seiner damaligen Frau Christiane. "Ja, meine Frau Christiane und ich trennen uns. Wir gehen im Guten auseinander." Und: "Ja, in meinem Leben gibt es seit kurzem eine neue Frau. Bettina Körner aus Hannover."
In konservativen Kreisen ist eine Trennung keine Lappalie. Doch Wulff kann auf die Sympathie der Zeitung bauen. "Bild" beschrieb, wie schwer dem CDU-Mann die Trennung gefallen ist. "Die Schatten der Entfremdung hatten sich längst über die Ehe der Wulffs gelegt", heißt es in einem Artikel der "Eine Ehe, die zwei Menschen einsam machte" überschrieben ist. "Christiane und ich navigieren in unterschiedlichen Ozeanen", wird Wulff zitiert. Ein Drama - so recht nach dem Geschmack der Boulevardpresse.
Und "Bild" bleibt am Ball. Im Dezember 2007 darf die Zeitung verkünden, dass Wulffs Freundin ein Kind von ihm erwartet und dass bald geheiratet wird. "Der zweitwichtigste CDU-Politiker hinter Angela Merkel und seine 14 Jahre jüngere Lebensgefährtin - die beiden verbindet eine Liebe wie aus dem Roman."