Krisenkurven
Doch in dieser Krise kam es anders. Die Unternehmen entließen nicht massenhaft, sie setzten auf Kurzarbeit, so zahlreich wie noch nie zuvor. Um die fünf Millionen Arbeitslose würde es diesen Herbst in Deutschland geben, prophezeiten viele Wirtschaftsforscher zu Beginn des Abschwungs. Tatsächlich ist die Zahl der Arbeitslosen während der Krise nie über 3,5 Millionen gestiegen - obwohl die Wirtschaft historisch einmalig schrumpfte.
Vom deutschen Jobwunder ist nun die Rede, das Ausland staunt, kaum ein anderes Industrieland ist besser durch die Krise gekommen. Die Kurzarbeit, ein altes Instrument, das bisher vor allem das Baugewerbe in den Wintermonaten genutzt hat, hat einen großen Anteil daran. 1,5 Millionen Menschen waren in der Spitze in Kurzarbeit. Dieter Stumpf war einer von ihnen.
Seit einiger Zeit fahren die Betriebe die Kurzarbeit wieder zurück. Ein Instrument verschwindet, das dem Land geholfen und es verändert hat. Aber etwas wird bleiben. "In der nächsten Krise wird vieles anders werden", sagt Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. "Das Ganze war ein Lernprozess. Für die Politik, für Tarifpartner und für Unternehmen."