Josef Ackermann ist zurück - als Feindbild und Buhmann
Josef Ackermann ist zurück. Als Feindbild und Buhmann. Er wird missverstanden. Er sagt Sätze, die wie Stromschläge durch das Land jagen. Er ist für die Deutschen da, wo er hergekommen ist: zurück auf Victory. Bei ihm heißt das: ganz unten.
Das Drama beginnt mit einer guten Tat. Vergangene Woche hat Deutschland ein Riesenrettungspaket geschnürt. Da schnürt Ackermann noch mit.
Am Freitag kommt das Paket in den Bundestag - mit ihm ein Satz von Ackermann, der erregter debattiert wird als die 500 Mrd. Euro Steuergelder. Der Deutsche-Bank-Chef will auf seinen Bonus verzichten. "Dass der Mann überhaupt glaubt, er hat einen Bonus in diesem Jahr verdient!", geifert Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen. Ein "Ablasshandel", knurrt auch Peter Struck von der SPD.
Während die Linkspartei den Vorschlag ihres irrlichternden Bundespräsidentenkandidaten Peter Sodann erörtert, Ackermann nicht beizeiten mal zu verhaften, legt dieser nach. Er würde sich "schämen", die Hilfe des Staates in Anspruch zu nehmen, zitiert ihn der "Spiegel". Ab dann sind alle Schleusen offen, Politiker poltern und schimpfen, Ackermann scheint kurz davor, für vogelfrei erklärt zu werden.
Am Dienstag dann wird es sperrig. "Ackermann passt in die Rolle des Sündenbocks wie kein anderer", sagt ein Kenner. "Er war in Deutschland schon immer der Hauptverfechter des internationalen Kapitalismus. Jetzt, wo dieser Zyklus zu Ende geht, werden Leute gesucht, die im Büßergewand gehen. Das verweigert er."