Geplante Ausgaben im Bundeshaushalt 2008 nach Ressort
Wenn der Bundestag in dieser Woche den Etat für 2008 abschließend berät, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel Schlagzeilen machen, Finanzminister Peer Steinbrück, die Führer der Oppositionsfraktionen. Die Haushälter gehen meist unter. Dabei kann Merkel ohne den größten Ausschuss des Parlaments nicht regieren, kann der ganze Bund keinen einzigen Cent seines 283,2 Mrd. Euro schweren Etats ausgeben.
283,2 Mrd. Euro, das ist etwa ein Viertel dessen, was Deutschland - die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt - in einem Jahr erwirtschaftet. So viel geballte Macht kann auch Siemens treffen. Man kann sagen, dass das Gespräch in Neu-Delhi die Konzernspitze danach tage-, ja wochenlang in Atem hält. Zahllose Telefonate mit den Ministerien, anderen Haushältern, Fachpolitikern und mit Kampeter selbst sind notwendig, um die Entscheidung wieder umzustoßen. Kampeter ist eitel genug, Siemens lange zappeln zu lassen. Ehe der Ausschuss am 15. November die Mittel in einer seiner letzten Beratungen über den Etat fürs kommende Jahr doch noch bewilligt.
Königsmacher oder Ärmelschonerklub, Rechthaberverein oder Elitegremium: Die Attribute, die den Haushältern verliehen werden, reichen weit auseinander. Doch so sehr der Ausschuss, der nicht einmal im Grundgesetz erwähnt wird, auch polarisiert - niemand stellt seine Macht infrage.