FTD.de » Politik » Deutschland » Eine desaströse Nachtschicht

Merken   Drucken   28.05.2009, 21:08 Schriftgröße: AAA

Agenda: Eine desaströse Nachtschicht

Die Amerikaner sind nicht bei der Sache, die deutschen Politiker düpiert und wütend: Die Geschichte einer denkwürdigen Nacht - für Opel und die Regierung. von Peter Ehrlich und Timo Pache (Berlin)
In der ruhigsten Stunde der Nacht, um Viertel nach drei, wandert ein Fuchs durch das Tor auf das Gelände des Kanzleramts. Niemand stört die Idylle. Deutschland schläft, auch die Opel-Arbeiter. Genau um diese Zeit beginnt im sechsten Stock des Kanzleramts die entscheidende Runde. Dort sitzen sie alle zusammen, die Kanzlerin, ihr Vize, vier Ministerpräsidenten, Opel-Manager, Vertreter der US-Regierung, die Investoren, die den Autobauer übernehmen wollen. Nach stundenlangen Beratungen ist die Lösung nah. Zehntausende Arbeitsplätze, so die Hoffnung, sind bald gerettet.
Frank Stronach , der Chef des Autozulieferers Magna , macht große Zugeständnisse. Er wäre bereit, Opel ohne Brückenfinanzierung und lange Verhandlungen direkt zu übernehmen, sagt er. Da sich dieser Vorschlag als zu kompliziert erweist, bietet er Opel 350 Mio. Euro an - ohne diese Summe wäre der Automobilhersteller nächste Woche zahlungsunfähig. Opel, vertreten durch Carl-Peter Forster, Chef von General Motors  Europe, könnte dafür Sicherheiten geben. Gemeinsam tragen sie ihren Plan Bundeskanzlerin Angela Merkel vor.
Aber die Hoffnung, die alle kurz hegen, wird Bundesregierung und Opel schnell wieder geraubt. John Smith kommt in das Beratungszimmer, den kleinen Kabinettssaal. Smith ist Vizechef von General Motors, er hat wie schon oft in dieser Nacht mit seinem Boss Fred Henderson in Detroit telefoniert. "Wir können im Moment nicht zustimmen", sagt er, "wir müssen andere Optionen suchen."
Welche? Antworten gibt Smith in dieser Nacht keine mehr. Das Verhalten von GM sei "teilweise absurd" gewesen, schimpft Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hinterher. "Ich hätte mehr Ernsthaftigkeit auf der US-Seite erwartet." Die Ablehnung der kurzfristigen Finanzspritze ist schon der dritte Magna-Vorschlag, den Smith in dieser Sitzungsphase zurückgewiesen hat.

Teil 2: Nur ein Angestellter mit Teilzeitvertrag

  • Aus der FTD vom 29.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote