Grafik zur Organisation des Gesundheitsfonds
Der neue Fonds ist der gewaltigste Eingriff in das Gesundheitssystem der vergangenen Jahrzehnte. Noch immer ist völlig unklar, was nach dem 1. Januar 2009 passieren wird, zu welchen Ergebnissen die neuen Regeln bei den mehr als 200 Krankenkassen führen werden. Entsprechend groß ist die Nervosität im Gesundheitsmarkt. Unter Hochdruck arbeiten die Kassen an neuen Angeboten, lassen Simulationsrechnungen durchführen und stellen Leute ein, die ein mögliches Chaos auffangen sollen.
Entstanden ist der Fonds aus einem politischen Kompromiss. Monatelang wurde gerungen und gestritten, um Zusatzprämien, Konvergenzklauseln und Risikozuschläge. Am Ende stand ein Gebilde, das die Autonomie der Kassen einschränkt. Der Beitragssatz wird künftig vom Gesundheitsministerium festgesetzt. Und die Einnahmen fließen nicht mehr an die Kassen, sondern erst nach Bonn, zu Stefan Colombier.
So groß scheint die Umwälzung, dass dem Ministerium sogar ein Kasernengelände für die neue Verwaltung angeboten wurde. Um der Kritik des "bürokratischen Monsters" zu begegnen, wurde der Einzug der Beiträge aber bei den Kassen belassen - und auf eine neue Behörde verzichtet.
Ein Flur, ein paar graue Türen und Zimmerpflanzen, nur 20 Beamte. Keine Großrechner, normale PC und eine Buchhaltungssoftware, mit der Colombier und seine Kollegen die Eingänge auf dem Fondskonto registrieren. "Dem Programm ist es egal, ob man damit Hunderttausende verwaltet oder Milliarden", sagt Colombier.