Ethikrat: Keine EmpfehlungVon Cordula Tutt
Am Montag wird der Nationale Ethikrat seine Stellungnahme zum - bislang in Deutschland verbotenen - Klonen am Menschen vorstellen. Eine einheitliche Empfehlung ist nicht zu erwarten. Wie schon bei der Stellungnahme zur Forschung an Stammzellen könnte abermals ein Schriftstück herauskommen, das die Stimmen für und wider das Klonen nebeneinander stellt, ohne eine Entscheidung zu treffen.
Der Ethikrat wurde vor drei Jahren von Kanzler Gerhard Schröder ins Leben gerufen. Er soll die Regierung bei Entscheidungen in der Biopolitik beraten und die Bevölkerung über komplizierte Themen wie Stammzellforschung, Klonen oder Fortpflanzungsmedizin informieren. Unter den 25 Mitgliedern sind Naturwissenschaftler, Philosophen, Theologen, Juristen, ehemalige Politiker und Wirtschaftsvertreter.
Einige Bundestagsabgeordnete sehen den Ethikrat kritisch, schließlich hat das Parlament eine eigene Bioethik-Kommission. Andere fürchten, das Gremium könnte Fragen der Menschenwürde hinter forschungs- und wirtschaftspolitische Erwägungen zurückstellen. Diesen Eindruck versteht der Vorsitzende, der Frankfurter Juraprofessor Spiros Simitis, geschickt zu vermeiden. Allerdings haben sich immer wieder Mitglieder zu Wort gemeldet, die die Forschung an Embryozellen erleichtern und das Klonen zu Forschungszwecken ermöglichen wollen.