Bundeskanzlerin Angela Merkel
Der Grundstein für den zweiten Teil der Merkel-Show ist gelegt. Bei Bier, Wein, Saft und Mineralwasser klärten die Kanzlerin und Müntefering bereits am Montagabend zusammen mit Kurt Beck (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) eine ganze Reihe drängender Fragen. Beiden Parteichefs war es danach vergönnt, der Presse kleine Erfolge zu berichten. Beck einen "Durchbruch" beim Mindestlohn, Stoiber einen "Durchbruch" beim Transrapid. Die Moderatorin Merkel kommt ihren Mitstreitern entgegen, aber nie besonders weit. So besteht der Transrapid-Kompromiss vorerst darin, dass Bayern mehr Geld gibt und nicht der Bund.
Schöne Überschriften
Das war das Vorspiel. Die große Bühne steht in Meseberg und Merkel ist die Hauptdarstellerin. Mit Müntefering an ihrer Seite wird sie vom größten Klimaschutzpaket aller Zeiten reden, von der Verstetigung des Wachstums und den anderen wichtigen Zukunftsaufgaben. Im Kanzleramt hat man sich dafür schöne Überschriften ausgedacht. Eine davon lautet "Internationaler Rahmen der sozialen Marktwirtschaft" und enthält vom Vorgehen gegen Staatsfonds, der Förderung von Fair-Trade-Produkten, mehr Transparenz für die Finanzmärkte und sozialen Vorschlägen für kommende Welthandelsrunden alles Mögliche. Nur wenig Konkretes. Unter dem Titel "Den demografischen Wandel gestalten" sammelt sich ein Potpourri aus Ausländerintegration, Wohnungsbau und Arbeitsplätzen für über 50-Jährige.