Bei den Delegierten auf dem Stuttgarter CDU-Parteitag kommen Angela Merkels Antworten auf die Wirtschaftskrise gut an.
Auch wenn es in den vergangenen Tagen manchmal anders wirkte: Die Partei fügt sich fast geschlossen ihrer Vorsitzenden. Die hält eine anspruchsvolle, eher unterkühlte Rede. Sie gibt sich gar keine Mühe, den Saal zum Toben zu bringen. Nur einmal knüpft sie sich die Sozialdemokraten kurz vor, es gibt ein paar Spitzen gegen die Hessen-SPD.
Dabei müsste sie doch eigentlich viel stärker ans Wirgefühl der CDU-Mitglieder appellieren. Nach drei Jahren geht die Große Koalition vielen in der Partei gehörig auf die Nerven, bei Themen wie Erbschaftsteuer oder Pendlerpauschale steht ein großer Teil der Basis auf Seiten der Schwesterpartei CSU. "Die Punkte, an denen geklatscht wurde, waren ihr nicht die wichtigsten", analysiert ein Bundestagsabgeordneter.
Merkel geht es um die große Linie. Sie benutzt einen Trick, den schon Konrad Adenauer und Helmut Kohl beherrscht haben: In ihrer Rede wachsen Deutschland, die CDU und der Regierungschef zu einer Art Einheit zusammen. Der geschichtliche Rückblick endet diesmal nicht bei der deutschen Einheit, er geht zurück in die späten 40er-Jahre. "Warum sollten wir nicht den gleichen Mut zu einer großen, verbindenden Idee haben wie unsere Gründungsmütter und Gründungsväter." Die Idee benennt sie auch: eine "internationale soziale Marktwirtschaft" mit Weltwirtschaftsrat und einer Art internationalem Stabilitätspakt.