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Merken   Drucken   08.04.2009, 10:19 Schriftgröße: AAA

Agrarpolitik: Warten auf Aigner  

Eigentlich sind Landwirte und Verbraucher geduldige Menschen, Politiker dagegen machen immer Stress - es sei denn, es geht um Mais und Milch. Da lässt sich Agrarministerin Ilse Aigner Zeit, und die Bauern schäumen. von Maike Rademaker
Wenn es wärmer wird, dann wird der Landwirt unruhig. Er muss schnell entscheiden, was er aussät. Normalen Mais? Oder doch lieber Genmais, den umstrittenen MON810, resistent gegen den Maiszünsler, einen wüsten Schädling? "Den nimmt jetzt keiner in die Hand", sagt ein Sprecher vom Bauernverband. Denn wenn der Anbau von MON810 verboten wird, dann darf der Bauer ihn nicht ernten - und muss das Feld unterpflügen. "Viel zu riskant."
Ob er verboten wird, weiß derzeit allerdings niemand. Denn während in der Republik Befürworter, Gegner, Forscher, Politiker und Schmetterlingsexperten sich medial die Argumente um die Halme hauen, ist es in Berlin ruhig. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner  (CSU) will erst Mitte April entscheiden. "Die Bauern, die da mit den Körnern in der Hand stehen, sind keine Genmaisanbauer", sagt eine Sprecherin. Man prüfe derzeit eine Untersuchung von Monsanto zur Wirkung des Getreides, die seit Ende März vorliegt. Gerade, wenn die Masse tobe, sei es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Druck nicht nur aus der grünen Gentechnik
Den braucht Aigner vor allem in Bayern. Denn nirgendwo wird der Anbau des Genmaises heftiger kritisiert als im Heimatland der Oberbayerin. Nicht umsonst hat CSU-Chef Horst Seehofer, ihr Vorgänger im Amt, unlängst für Bayern eine "gentechnikfreie Zone" gefordert. Und der Druck auf die seit November amtierende Ministerin ist gewaltig: Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage lehnen mehr als 70 Prozent der Bayern und der CSU-Wähler den Genmais nicht nur ab - sie glauben auch, dass eine Genehmigung spätestens bei der Europawahl Stimmen kosten würde. Der Koalitionspartner FDP allerdings warnt vor der Gentech-Panik und verweist auf die Forschung, die mit Abwanderung droht, sollte der Freilandanbau verboten werden.

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