Spirituosen-Industrie droht mit KlageAlcopops sind vor Bier, Wein und Sekt die beliebtesten alkoholischen Getränke bei den 14- bis 17-Jährigen. Die Preise für 0,275 Liter-Flaschen steigen um 84 Cent. Künftig muss auf den Verpackungen stehen, dass ein Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist. Die Spirituosen-Industrie will gegen die Sondersteuer vor Gericht ziehen. "Es wird auf jeden Fall eine Klage geben", sagte der Sprecher von Diageo Deutschland, Holger Zikesch, dem "Tagesspiegel". Das Unternehmen stellt eine wodkahaltige Limonade her.
Auch die Firma Bacardi Deutschland kritisierte den Bundestagsbeschluss. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels teilte mit, Steuern seien kein Mittel zum Jugendschutz, nur schärfere Kontrollen hülfen. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe lobte hingegen die Sondersteuer. "Wir müssen dafür sorgen, dass Jugendliche nicht durch Alcopops zu Gewohnheitstrinkern werden."
Die Koalition verteidigte die neue Regelung. Es müsse verhindert werden, dass sich Kinder und Jugendliche frühzeitig an Alkohol gewöhnten, sagte die SPD-Abgeordnete Ingrid Arndt-Brauer. Junge Leute hätten bei den süßen Getränken nicht den Eindruck, dass sie Alkohol konsumierten.