Im Jahr eins nach der größten Finanzkrise seit den 30er-Jahren ist der Abwärtstrend gestoppt,und die Kurse an den internationalen Börsen ziehen wieder an. Alles wie immer also? Nein! Denn die Folgen werden viele Deutsche erst in einigen Jahren zu spüren bekommen.
"Es besteht die Gefahr, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einer langfristigen Krise der Altersvorsorge in Deutschland wird", warnt Michael Meyer, Vorstandsmitglied der Postbank , mit Blick auf die Ergebnisse der unlängst veröffentlichten siebten Postbank-Studie zum Thema Altersvorsorge: "Nahezu jeder fünfte Berufstätige in Deutschland hat auf die Finanz- und Wirtschaftskrise bereits mit der Auflösung oder dem Abbau von privaten Altersvorsorgemodellen reagiert."
Ein Fehler. Denn die gesetzliche Rente wird für künftige Generationen kaum noch ausreichen. Zwar stiegen die Renten 2009 bei konstanten Preisen im Westen um 2,41 Prozent und im Osten sogar um 3,38 Prozent. Aber das bisher größte Plus in diesem Jahrtausend dürfte angesichts leerer Kassen so schnell nicht getoppt werden.
Auch die nominale Rentengarantie der Bundesregierung wird nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge nicht verhindern können, dass das Nettorentenniveau drastisch sinken wird: von heute knapp 70 Prozent auf circa 57 Prozent im Jahr 2040. "Wer nicht privat vorsorgt, könnte im Alter im dünnen Hemd dastehen", warnt Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. "Nach Absicherung der elementaren Lebensrisiken über eine Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitspolice sollte das Thema Altersvorsorge ganz oben auf der Agenda stehen, wenn es noch finanziellen Spielraum gibt."
Eine gesunde Altersvorsorge setzt sich immer aus mehreren Bausteinen zusammen. Zum einen aus der privaten Vorsorge mit Renten- und Kapitallebensversicherungen, Bank- und Fondssparplänen sowie der selbst genutzten und vermieteten Immobilie. Dazu kommen die staatlich geförderten Renten: neben der gesetzlichen Rente die Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge und als Pendant für Selbstständige Rürup-Verträge.
"Wegen der staatlichen Förderung und Garantien sind Riester-Verträge für die meisten die erste Wahl", sagt Arno Gottschalk. Mehr als 12,6 Millionen Verträge sind bereits unterzeichnet, bei den jüngeren Berufstätigen unter 35 hat fast jeder Zweite einen Vertrag. Anspruch auf die staatlich geförderte Riester-Rente haben rentenversicherungspflichtig Beschäftigte, aber auch Beamte und Arbeitslose. Unter den Vertragsvarianten dominiert die Rentenversicherung vor Fonds-, Banksparplänen und den noch jungen Wohn-Riester-Verträgen.