"Bei der Durchsuchung des Gebäudes bot sich den Beamten Bild des Grauens", sagte Polizeidirektor Rainer Gruber. "Auf den Gängen, in einzelnen Zimmern, auf einer Toilette wurden getötete Personen festgestellt." Der Hausmeister der Schule hatte die Polizei gegen 11.05 Uhr per Notruf alarmiert und gesagt: "Hier in der Schule wird geschossen." Die beiden Polizisten, die die Schule betreten wollten, wurden sofort von dem Täter beschossen. Einer der Beamten wurde dabei getötet. Wenige Minuten später stürmte ein Sondereinsatzkommando das Gebäude und durchkämmte es.
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort noch etwa 180 der insgesamt 692 Schüler und 53 Lehrer in. Meldungen von einem zweiten Täter bestätigten sich bis zum Abend nicht.
Der 19-Jährige war Anfang des Jahres der Schule verwiesen und nicht zum Abitur zugelassen worden. Eine ehemalige Mitschülerin beschrieb ihn als lebensfroh, intelligent, offen und aufgeschlossen. Er habe aber stets im Mittelpunkt stehen wollen. Bislang ist noch unklar, wie er an die Waffen gekommen ist.
Ein Mann, dessen Frau Lehrerin an der Schule ist und sich am Mittag offenbar noch in der Schule befunden hatte, sagte, nach seiner Kenntnis sei der Täter ins Lehrerzimmer eingedrungen und hätte zu schießen begonnen. Ein Schüler der sechsten Klasse berichtete, während des Mathematik-Unterrichts seien aus dem Nebenraum Klopfgeräusche zu hören gewesen. Nachdem diese immer stärker geworden seien, habe man nachschauen wollen und im Flur einen Bewaffneten gesehen.