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28.09.2011, 11:01
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Angriff auf Big Four:
Rivalen wollen Macht der großen Wirtschaftsprüfer brechen
Als ob der ADAC die Straßenverkehrsordnung festlegen dürfte – so sieht derzeit die Selbstregulierung der Wirtschaftsprüfer in Deutschland aus. Internationale Regeln würden deshalb hierzulande verwässert, moniert der Präsident der Wirtschaftsprüferkammer.
von Jörn Petring, Frankfurt
Die großen Wirtschaftsprüfer geraten drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise zunehmend unter Druck. Neben der EU will nach FTD-Informationen nun auch die Wirtschaftsprüferkammer die Macht der Gesellschaften radikal einschränken. Sie plant, das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in der Möglichkeit zu beschneiden, die Regeln für die Prüfung von Unternehmen selbstständig zu gestalten. "Bisher ist es in etwa so, als wenn der ADAC in Deutschland die Straßenverkehrsordnung festlegen dürfte", sagte Michael Gschrei, der Präsident der Wirtschaftsprüferkammer, der FTD.
Präsident der Wirtschaftsprüferkammer Michael Gschrei
Das IDW ist ein Interessenverband der Wirtschaftsprüfer, dem enge Verbindungen zu den vier großen Gesellschaften Deloitte, PwC, Ernst & Young sowie KPMG nachgesagt werden. Die Wirtschaftsprüferkammer überwacht alle rund 20.000 Wirtschaftsprüfer in Deutschland. Sie hat als Körperschaft des öffentlichen Rechts einen staatlichen Auftrag dazu.
Bislang ist die Aufarbeitung der Finanzkrise weitgehend an den "Big Four", wie die vier großen Gesellschaften in der Branche genannt werden, vorbeigegangen. Mit dem Vorstoß der Kammer geraten sie nun gleich von zwei Seiten unter Druck. Die EU-Kommission will ein Gesetz vorbereiten, wonach es den großen der Branche künftig verboten sein soll, neben der Prüfung auch Unternehmensberatung anzubieten. Die deutsche Wirtschaftsprüferkammer schlägt in eine andere Kerbe: Ihr geht es um die Prüfstandards, jenen Regeln also, die sicher stellen sollen, dass die Wirtschaftsprüfer die Bücher ihrer Kunden nach den gleichen transparenten Kriterien prüfen.
Teil 2: "Der Mittelstand wird bislang unzureichend berücksichtigt"
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Aus der FTD vom 28.09.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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