Bis zum Wochenende werden in mehreren Bundesländern hunderttausende Teilnehmer bei befristeten Arbeitsniederlegungen und Aktionstagen erwartet. Die Unternehmen kritisierten die Aktionen der Gewerkschaft: Der Arbeitgeberverband Metall NRW bezeichnete die Warnstreiks als "Rückfall in alte Rituale". Es gebe Chancen, am Verhandlungstisch eine Lösung zu finden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Luitwin Mallmann. Die Arbeitsniederlegungen seien überflüssig und schädlich.
IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel verteidigte die Forderungen. "Nur mit Druck in jedem Betrieb bekommen wir das, was uns zusteht", sagte er bei einer Kundgebung in Düsseldorf. "Sogar beim Weihnachtsgeld wollen sie uns in die Tasche greifen."
Am Morgen hatte die Gewerkschaft den Streik auf Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ausgeweitet. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich Hunderte Beschäftigte in DaimlerChrysler-Werken in Düsseldorf und Rastatt. In Berlin setzte die IG Metall ihre Warnstreiks fort. Im Gilette-Rasierklingenwerk in Tempelhof legten Mitarbeiter die Arbeit nieder. Bereits am Sonntag hatte es Warnstreiks bei Osram in Spandau gegeben.
Ungeachtet der Warnstreiks suchen IG Metall und Arbeitgeber eine schnelle Verhandlungslösung bei den Tarifauseinandersetzungen. Einen Durchbruch könnte es bei der fünften Verhandlungsrunde am Donnerstag in Baden-Württemberg geben. Das Bundesland ist mit Großunternehmen wie Porsche , DaimlerChrysler und Bosch seit Jahrzehnten für Richtung weisende Tarifabschlüsse für die Branche bekannt. Die Gewerkschaft fordert bislang 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten 2,5 Prozent mehr Entgelt und einen Konjunkturbonus von 0,5 Prozent.
IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser regten übereinstimmend an, über die Dauer des Tarifvertrags zu verhandeln. Kannegiesser hatte jüngst einen zweistufigen Tarifvertrag mit 18 Monaten Laufzeit vorgeschlagen.
Hofmann sagte nun, "wir können uns aber über eine Laufzeit von unter 19 Monaten unterhalten". "Einen Abschluss von beispielsweise 18 Monaten muss man deshalb - so denke ich - in zwei Zahlen teilen." Zum vorgeschlagenen Konjunkturbonus sagte er allerdings: "Bevor wir über die Sahne reden, müssen wir uns erst über den Kuchen, also die dauerhafte Lohnerhöhung, einig werden."