Nur ein Teil davon wurde seither in Form von Zeitarbeit wieder aufgebaut. Die genaue Zahl lässt sich nicht beziffern, da Zeitarbeitsstellen als Dienstleistung erfasst werden - jedoch nicht erhoben wird, in welcher Branche die Zeitarbeiter eingesetzt werden. "In jedem Fall dürfte nur ein Bruchteil davon der Industrie zuzuordnen sein", sagte Holger Schmieding.
Ingesamt entstanden im Servicesektor im vergangenen Jahr 330.000 Jobs - nur ein Teil davon in der Zeitarbeit. Seit Anfang 2009 waren es bereits über eine halbe Million. Die neuen Zahlen widersprechen somit dem Bild von der Industrie als Motor des Jobwunders, das viele Wirtschaftsvertreter in den vergangenen Monaten bemüht haben.
Nach Ansicht von Experten dürfte sich diese Entwicklung in der Zukunft fortsetzen. "Es ist ein ganz klarer Trend, dass in den kommenden Jahren mehr Jobs im Dienstleistungssektor als in der Industrie geschaffen werden", sagte Andreas Rees, Volkswirt von Unicredit. "Die Krise hat diese Entwicklung noch beschleunigt."
Vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich seien kontinuierlich Stellen geschaffen worden. "Dieser Bereich ist so stark von der demografischen Entwicklung getrieben, dass der Jobaufbau relativ unbeeindruckt von der Konjunktur zunimmt", sagte Andreas Rees. Im Dienstleistungsbereich habe es praktisch keine Rezession gegeben, betonte auch Schmieding.
Anders die Situation in der Industrie: Noch immer liegt die Bruttowertschöpfung dort rund 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Vor allem der Maschinenbau leidet unter den Folgen der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Die Hersteller dort produzieren 17 Prozent weniger als vor der weltweiten Finanzkrise.
Das verarbeitende Gewerbe sei weiterhin von Kurzarbeit betroffen, sagte unlängst Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit. Das betreffe vor allem einige Regionen in Bayern und Baden-Württemberg. In dieser Branche werde die Beschäftigung das Vorkrisenniveau auch nicht mehr erreichen. Am Dienstag stellt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg die offizielle Arbeitslosenzahl vor.