Stefan Mappus dem Atomreaktor Philippsburg 1 Chancen
Die Bundesregierung hat kurz nach dem Japan-Unglück eine Kehrtwende in der Atompolitik vollzogen und sieben alte AKW für wenigstens drei Monate stilllegen lassen. Mappus ließ Neckarwestheim I und Philippsburg I sofort vom Netz nehmen, was ihm den Vorwurf des wahltaktischen Aktionismus einbrachte, da er als großer Atomlobbyist galt.
Das Land ist an EnBW mit 45 Prozent beteiligt. Einer Studie der Südwest-Landesbank zufolge droht Baden-Württemberg ein Verlust von 1,3 Mrd. Euro, wenn beide AKW dauerhaft vom Netz gehen. Den Rückkauf der EnBW-Aktien hatte Mappus eingefädelt.
Der Konzern prüft nach eigenen Angaben, ob er juristisch gegen die Stilllegung seiner Meiler vorgeht. EnBW hat Neckarwestheim I stillgelegt und dies damit begründet, dass die von der Mappus-Regierung geforderten Nachrüstungen den Betrieb unrentabel gemacht hätten. Das Unternehmen hält auch eine dauerhafte Schließung von Philippsburg I für möglich. Nach eigenen Angaben produzierten die beiden AKW, die jeweils zwei Reaktoren umfassen, rund die Hälfte des in Baden-Württemberg verbrauchten Stroms.
Dass Mappus sich ausgerechnet vor der Landtagswahl in Baden-Würrtemberg zu dem heiklen Thema äußert, kommt unerwartet. Schließlich misstrauen die meisten Deutschen der Atomtechnologie - erst recht seit dem Unglück in Fukushima. Und die alten Meilern im Ländle sind vielen Menschen ein Dorn im Auge: Neckarwestheim ist seit 1976 am Netz, Philippsburg seit 1980.