Wir übernehmen Verantwortung, indem wir uns einem Problem stellen. Wir entziehen uns der Verantwortung, wenn wir die Lösung eines von uns verursachten Problems künftigen Generation überantworten. Aus den Augen, aus dem Sinn - das kann und darf nicht das Prinzip im Bereich einer Hochrisikotechnologie sein.
Es trifft zu, dass bislang weltweit kein Land ein betriebsbereites, sicheres Endlager für hochradioaktive Abfälle aus Leistungsreaktoren besitzt. Das ist aber mitnichten ein Argument dafür, auf Lösungen in den nächsten 100 Jahren zu setzen. Wollte man das anders sehen, redete man denjenigen das Wort, die - insgeheim oder auch ganz offen - auf eine "internationale Lösung" setzen.
Es gab leider bisher keine Angebote von Ländern, die im Interesse einer Sicherheitserhöhung die Mitentsorgung übernehmen wollten. Leitgedanken derartiger multinationaler Lösungen sind vielmehr ökonomisch motiviert. Sie bilden somit das Tor für eine Billigentsorgung, etwa in Russland. Das aber wäre verantwortungslos.
Sicherheit durch Tiefe
Die tiefengeologische Lagerung radioaktiver Abfälle wird in Deutschland und international als bester Entsorgungsweg insbesondere für hochradioaktive Abfälle angesehen. Mehrere Hundert Meter Erdschichten sollen die strahlenden Abfälle so gut wie möglich vor der Biosphäre abschirmen und zudem vor Eiszeiten oder Erdbeben schützen. Die tiefe und verschlossene Lagerung verhindert äußere, auch unbeabsichtigte Eingriffe und eine missbräuchliche Wiederverwendung der Stoffe.
Eine Rückholung der Abfälle ist zwar technisch durchaus realisierbar. Das gilt für eine Endlagerung in Salz, Tongestein oder Granit. Anzustreben ist eine Rückholbarkeit indes nicht, ist sie doch verbunden mit Abstrichen bei der Sicherheit und der Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung der eingelagerten Abfälle.