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Merken   Drucken   10.11.2008, 17:19 Schriftgröße: AAA

Atommülltransport: Polizei räumt Straße nach Gorleben  

Von Dannenberg nach Gorleben sind es nur rund 20 Kilometer, doch die letzte Etappe des Castor-Transports verzögert sich. Mehr als tausend Demonstranten wollen den Atommüll noch auf den letzten Kilometern aufhalten.
Allein vor dem Zwischenlager harrten bis zum frühen Abend rund 500 Atomkraftgegner aus. Stunden zuvor hatte die Polizei begonnen, die Sitzblockade zu räumen und die Demonstranten wegzutragen. Andere Kernkraftgegner versperrten die Strecke mit Traktoren. Große Probleme hatten die Einsatzkräfte auch, eine Aktion von acht Demonstranten zu beenden, die sich in der Nähe des Zwischenlagers an Betonpyramiden angekettet hatten. Auch am Abend war unklar, wann der Transport sein Ziel erreichen würde.
Die elf Atommüllbehälter aus der französischen Aufbereitungsanlage La Hague waren in Dannenberg vom Zug auf Lastwagen verladen worden. Von dort sollten sie auf der Straße die letzten 20 Kilometer nach Gorleben gefahren werden. Doch die massiven Proteste brachten den Zeitplan durcheinander.
Der Gesamteinsatzleiter der Bundespolizei, Thomas Osterroth, sagte, die Atomkraftgegner seien zum Teil mit krimineller Energie vorgegangen, etwa bei der Unterhöhlung von Gleisen. Auch sei mit Signalmunition auf Polizeihubschrauber geschossen worden. "Das zeigt die hohe Gewaltbereitschaft einzelner", sagte Osterroth. Unter den Demonstranten waren nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden auch 800 bis 1000 Autonome, die als besonders gewaltbereit gelten. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, um Demonstranten zur Seite zu drängen.
Die Umweltorganisation Greenpeace schlug wegen hoher Strahlenwerte Alarm. Die Strahlenbelastung durch den aktuellen Atommülltransport sei deutlich höher als bei früheren Castor-Transporten. Dabei berief sich die Umweltorganisation auf Wärmebilder, die sie an der deutsch-französischen Grenze von den Behältern gemacht hatte. Die diesmal eingesetzten französischen Behälter vom Typ TN85 setzten deutlich mehr Neutronenstrahlung frei als die Castor-Behälter der vorausgegangenen Transporte. So sei in 14 Metern Entfernung mit 4,8 Mikrosievert pro Stunde ein um 40 Prozent höherer Wert als beim Castor-Transport 2005 festgestellt worden.

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