Verdacht auf H5N1: Untersuchung eines toten Vogels
Es handele sich um einen Schwan und eine Ente, teilte das Potsdamer Agrarministerium am Samstag mit. Die Fundorte in der Region um die Stadt Schwedt seien zur Sperrzone erklärt worden. Bei den Tieren sei zweifellos das Virus H5N1 nachgewiesen worden. Ob die Vögel mit der hochgefährlichen Variante des Erregers infiziert waren, müsse noch festgestellt werden, berichtete das Ministerium. Dazu sollen die Vögel ins Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf die Insel Riems bei Greifswald gebracht werden.
Nach den Worten Platzecks (SPD) ist das Land gut für die Bekämpfung der Seuche gerüstet. So sind laut Agrarministerium die Krisenstäbe der 14 Landkreise seit mehr als einer Woche aktiv. "Angesichts der seit Wochen und Monaten zu beobachtenden Entwicklung war ein Übergriff der Vogelgrippe auf Brandenburg nur noch eine Frage der Zeit", sagte Platzeck. "Jetzt kommt es darauf an, die erarbeiteten Pläne auch konsequent umzusetzen, alle notwendigen Schutzmaßnahmen für Menschen und Nutztiere einzuhalten sowie Ruhe und Besonnenheit zu bewahren."
Drei neue Fälle in Mecklenburg-Vorpommern
Die Zahl der bestätigten Fälle in Deutschland hat sich auf 119 erhöht. Die Vogelgrippe wurde auch an Wildtieren in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg nachgewiesen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden drei weitere Fälle der auch für den Menschen gefährlichen Tierseuche festgestellt. Am Freitag war die Vogelgrippe auch bei zwei Wildenten in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.
Bei dem am Bodensee an der Vogelgrippe verendeten Wildvogel wurde die besonders gefährliche asiatische Variante des Erregers H5N1 festgestellt. "Wir werden die Maßnahmen weiter intensivieren, um mit allen Mitteln die Infektionskette zu unterbrechen", kündigte Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk an. Die Behörden seien angewiesen worden, Geflügelhalterbetriebe verstärkt zu untersuchen und Proben zu nehmen. Alle Geflügelhalter seien aufgerufen, die Stallpflicht strikt zu befolgen und aktiv daran mitzuarbeiten, ein Überspringen der Seuche auf Hausgeflügel zu verhindern.
Auf Rügen ging die Suche nach toten Vögeln am Samstag weiter. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) wollte sich ein Bild vom Einsatz der Bundeswehr auf der größten deutschen Insel machen.