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Merken   Drucken   24.08.2008, 18:49 Schriftgröße: AAA

Aufruf zum Boykott: Von der Leyen verärgert Krankenkassen  

Exklusiv Die Familienministerin ist für den umstrittenen Gesundheitsfonds. Der wird die Kassenbeträge zwar für viele teurer machen. Doch die Ministerin hat ein einfaches Rezept dagegen: konsequenter Kassenwechsel! Der Chef der Barmer schäumt.
Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat mit ihrem Aufruf zum Kassenwechsel die großen Krankenkassen verärgert. "Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist kontraproduktiv, weil er die Chancengleichheit unter den Krankenkassen aushöhlt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer Johannes Vöcking der FTD. Von der Leyen hatte die Versicherten dazu aufgefordert, solche Krankenkassen zu boykottieren, die nach Einführung des Gesundheitsfonds ihre Beiträge unangemessen erhöhen.
Vöcking warf von der Leyen vor, Sinn und Zweck des Gesundheitsfonds nicht verstanden zu haben. "Das bisherige System krankt doch daran, dass die Kassen nur noch darum konkurrieren, wer die meisten jungen, gesunden Patienten hat. Wer jetzt zum Kassenwechsel aus rein finanziellen Motiven aufruft, fördert diesen ungesunden Wettbewerb noch. Was wir brauchen, ist ein gesunder Wettbewerb um die beste Versorgung der Patienten", sagte der Chef der größten Ersatzkasse Deutschlands.
Sollten sich nach Einführung des Gesundheitsfonds gesunde Gutverdiener massenhaft für den Wechsel zu einer günstigen Kasse entscheiden, wäre dies nach Ansicht Vöckings ein Rückschritt für die Chancengleichheit unter den Krankenkassen.
Von der Leyen hätte zuvor der "Bild am Sonntag" gesagt, sie könne Familien "nur empfehlen: Schauen Sie Ihrer Krankenkasse genau auf die Finger und wechseln Sie die Kasse, wenn sie mehr Geld von Ihnen verlangt. Die Auswahl ist groß genug." Die Arbeitnehmer in der CDU sowie die gesetzlichen Krankenkassen forderten eine Verschiebung des umstrittenen Gesundheitsfonds, was Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wiederholt abgelehnt hat.

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