Die Maschinenbauer in Deutschland kommen aus der schwersten Krise seit über 60 Jahren nicht heraus. Im Juni seien die Aufträge um 46 Prozent eingebrochen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag mit.
Auch im gesamten Halbjahr liege das Minus nun auf dieser Höhe. "Es ist ganz schwer abzuschätzen, wann es bergauf geht", sagte Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse der Nachrichtenagentur Reuters. Positive Signale für eine Belebung der Wirtschaft kämen noch nicht an. "Wir wissen, dass eine Menge Projekte in der Pipeline sind, aber sie gehen bislang nicht in den Auftragseingang hinein."
Vor kurzem hatte der VDMA noch die Hoffnung geweckt, dass die Talsohle erreicht sei und es wieder aufwärtsgehe. "Die Geduld der Maschinenbauer wird auf eine harte Probe gestellt", sagte Wiechers.
In den ersten sechs Monaten gingen die Orders im Inland um 43 Prozent zurück, im Ausland sogar um 48 Prozent. Solange sich die Lage im größten Einzelmarkt, den USA, nicht bessere, bleibe die Lage für die exportorientierte Branche schwierig, sagte Hesse. Das Exportvolumen in die USA sei in den ersten sechs Monaten um 23,6 Prozent gesunken. Zudem sei die Situation auch in Europa, wohin 60 Prozent der Exporte gingen, und auch in Russland weiter schwierig.
Dabei haben die Maschinenbauer in den vergangenen Monaten noch von alten Aufträgen profitiert, die zunächst abgearbeitet wurden. "Ich gehe davon aus, dass wir die Produktionsprognose halten können", sagte Hesse. Der Verband rechnet 2009 mit einem Rückgang des Produktionsvolumens von 10 bis 20 Prozent, wobei Hesse zufolge ein Wert zwischen 15 und 20 Prozent wahrscheinlich ist. "Momentan liegen wir etwa bei minus 17/18 Prozent." Er bekräftigte zudem, dass die Unternehmen 2009 wohl bis zu 60.000 Stellen streichen werden. "Bis Mai haben wir einen Abbau von 18.000 Stellen."
Mit knapp einer Million Beschäftigten zählt der deutsche Maschinenbau zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes und zu den größten Arbeitgebern. Die Branche hat einen fünf Jahre andauernden Boom hinter sich, seit einem Jahr gehen die Aufträge aber kontinuierlich zurück. Der Verband fürchtet den Verlust von Zehntausenden Stellen bis zum Jahresende.