Das Ergebnis ist, dass das Sparpaket mittlerweile eine bedenkliche Neigung hat. Kaum angetastet hat die Regierung nämlich ihre Kürzungen dort, wo sie sozial Schwache, Arbeitslose oder auch gesetzlich Krankenversicherte treffen.
Jetzt rächt sich, dass die Sparpläne der Koalition von Anfang an ein wild zusammengeschustertes Sammelsurium von Streichungen und Mehreinnahmen waren. Denn umso leichter fällt es Interessengruppen, einzelne Punkte herauszulösen - ein großes Ganzes, das sie damit beschädigen würden, gibt es ohnehin nicht.
Genau hier aber liegt eine Chance: Wenn die Bundesregierung schon Ersatz für die Mehreinnahmen suchen muss, die ihr durch die jüngste Volte entgehen, kann sie dies gleich so tun, dass es sinnvoll und systematisch ist.
Eine naheliegende Lösung wäre, endlich die Mehrwertsteuer umzubauen. Die Regeln, auf welche Produkte der ermäßigte und auf welche der volle Mehrwertsteuersatz berechnet wird, sind unlogisch und undurchschaubar. Auf Tierfutter, Seilbahntickets und Hotelübernachtungen den vollen Steuersatz zu erheben würde zwar ebenfalls lautes Lobbyistengeschrei herausfordern - doch es würde dem Steuerrecht guttun und nebenbei auch noch Mehreinnahmen bringen.
Und da Unternehmen diese Erhöhung bei vielen Produkten nur teilweise auf die Preise überwälzen können, wäre nicht einmal der neue deutsche Konsumrausch in Gefahr.